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Freie Arztwahl in der privaten Krankenversicherung

Die freie Arztwahl gehört seit mehr als einem Jahrhundert zu den Errungenschaften des deutschen Gesundheitssystems und sichert sowohl gesetzlich wie privat versicherten Patienten die Freiheit zu, sich ohne Einschränkungen eines Allgemein- oder Facharzt des Vertrauens auszuwählen. Zwar muss es sich bei den behandelnden Ärzten um zertifizierte Medizin handeln, damit eine Kostenübernahme durch die Krankenversicherung erfolgen kann, diese ist jedoch eng mit der Approbation eines Arztes gekoppelt, so dass dieser ohne eine entsprechende Auszeichnung seine Praxis in Deutschland nicht eröffnen darf. Was auf dem ersten Blick wie eine Gleichbehandlung zwischen gesetzlich und privat Versicherten ausschaut, bringt im Detail jedoch klare Unterschiede hervor, die für eine private Krankenversicherung sprechen und es bei häufiger Konsultation verschiedener Fachärzte nahelegen, sich für den Wechsel in den privaten Schutz zu entscheiden.  

Häufige Arztwechsel für gesetzlich Versicherte fast ausgeschlossen

Wer als Patient mit einem neuen Facharzt in Berührung kommt und somit keine Erfahrung mit diesem Mediziner besitzt, wird möglicherweise schnell merken, dass es menschlich oder fachlich nicht passt. Auch wenn die Diagnose eines Arztes in Zweifel gezogen wird und nicht mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmt, ist der Gang zu einem weiteren Facharzt erwünscht, um so eine alternative Meinung einzuholen. Genau dieser Wechsel des Arztes binnen kurzer Zeit ist für gesetzlich Versicherte jedoch mit großen Hürden verbunden, in vielen Fällen weigert sich die Krankenkasse, die Kosten für den Besuch bei einem Zweit- oder Drittarzt zu übernehmen. Im Regelfall wird ein solcher Arztwechsel erst zum neuen Quartal hin genehmigt, bei akuten Erkrankungen muss jedoch binnen weniger Tage gehandelt werden. Vielen gesetzlich Versicherten bleibt somit nichts anderes übrig als die menschlich oder fachlich nicht geschätzte Behandlung beim Erstarzt zu akzeptieren.  

In den Genuss der Behandlung von Privatärzten gelangen

Neben den klassischen Vertragsärzten, die ihre Leistungen nach dem gesetzlichen Kostenkatalog abrechnen, lassen sich in Deutschland wie in der gesamten EU auch sogenannte Privatärzte finden. Diese verweigern sich dem Katalogsystem der gesetzlichen Krankenversicherung und schließen somit einen Großteil der deutschen Bevölkerung als potenzielle Patienten aus, dafür richtigen sich diese ausschließlich an Privatpatienten, mit denen auf individueller Basis Leistungen abgerechnet werden. Viele Fachärzte, die es sich aufgrund ihres Renommees oder ihrer wirtschaftlichen Situation leisten können, arbeiten nur noch auf private Basis und stehen so als Fachkraft gar nicht zur Verfügung, wenn ein gesetzlich Versicherter eine Behandlung durch einen solchen Mediziner erwünscht. Die freie Arztwahl ist so für ein klassisches Krankenkassenmitglied erheblich eingeschränkt, nur privat Versicherte kommen in den Genuss einer ärztlichen Behandlung, die wirklich alle Mediziner in Deutschland mit ihren jeweiligen Angeboten umfasst.  

Als Privatpatient die freie Arztwahl voll ausschöpfen

Gerade bei Spezialerkrankungen, die über die Standardversorgung der normalen Medizin herausgehen und den Eingriff eines Spezialisten notwendig machen, ist der Besuch bei einem Facharzt kaum zu vermeiden. Sollte dieser alleine auf privater Basis abrechnen, bleibt einem gesetzlich Versicherten nichts anderes übrig als die Rechnung des Arztes auf privater Basis zu bezahlen. Da dies nur wenigen Haushalten in Deutschland finanziell möglich ist, wird die freie Arztwahl eher zu einer beschränkten Variante, bei der schlimmstenfalls nur alle paar Monate die alternative Meinung eines anderen Mediziners eingeholt werden kann.   Wer sich mit diesem Umstand nicht zufrieden geben möchte, erkennt einen weiteren Vorteil des Wechsels in die private Krankenversicherung. Hier besteht weder eine zeitliche Einschränkung beim Besuch verschiedener Fachärzte, so dass jederzeit das Einholen einer Zweit- oder Drittmeinung möglich ist. Und auch bei Ärzten, die alleine auf privater Basis abrechnen, wird die Kostenübernahme durch die Versicherungen garantiert. Einzige Voraussetzung ist hierbei, dass der Arzt auch eine Akkreditierung besitzt und somit nach deutscher Gesetzgebung hierzulande arbeiten darf. Diese Regelung gilt übrigens nicht alleine für klassische Fachärzte und Allgemeinmediziner, sondern umfasst je nach Tarif der privaten Krankenversicherung auch Heilpraktiker und andere Fachkräfte des medizinischen Bereichs.