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Vorteile der Altersrückstellung

Nicht nur in der privaten Krankenversicherung, sondern auch in anderen Bereichen der gesetzlichen und sozialen Absicherung stellen sich Bundesbürger die Frage: Was passiert eigentlich genau mit meinen Beiträgen? Wer als Erwerbstätiger hohe Beiträge z.B. in die gesetzliche Rentenkasse oder das Gesundheitssystem einzahlt, verbindet hiermit die Erwartung, im Laufe der Jahrzehnte auch von diesen hohen Einzahlungen zu profitieren. Doch so ist das deutsche Sozialwesen nicht organisiert, bei dem mit dem sogenannten Umlageverfahren die Gesamtheit der Beitragszahler für alle aktuell Bedürftigen aufkommt. Ein System, das sich historisch zwar etabliert hat, von zahlreichen Bürgern jedoch als ungerecht empfunden wird, da so kaum Sicherheit über ausreichende Leistungen herrscht, wenn diese in späteren Lebensjahren benötigt werden. Mit der sogenannten Altersrückstellung, die durch die private Krankenversicherung geboten wird, erhält jeder Privatversicherte genau diesen Vorteil – eine Absicherung, die durch eigene Beiträge auch der eigenen Person zu Gute kommt.  

Ein genauerer Blick auf das Umlageverfahren

Sowohl in der gesetzlichen Rente wie im gesetzlichen Gesundheitssystem wird das Umlageverfahren in Deutschland angewendet. Sämtliche, gesetzliche Krankenkassen nehmen hierdurch monatlich Beiträge aller Versicherten ein, die sich prozentual am Bruttoeinkommen der einzelnen Personen orientieren. Verallgemeinert gesprochen wird die Gesamtheit aller Beiträge zusammengeführt und anschließend für Behandlungen und Medikamente aller Patienten ausgegeben, die im entsprechenden Monat oder Jahr auf Leistungen angewiesen sind. Ein individuelles Leistungskonto, bei dem ein Versicherter garantiert von seinen individuell eingezahlten Beiträgen für spätere Behandlungen profitiert, ist daher nicht gegeben, vielmehr werden die eigenen Beiträge auf alle Patienten umgelegt, die eine medizinische Kostenerstattung gerade benötigen. Ob die eigene Krankenkasse noch in Jahren und Jahrzehnten wirtschaftlich genug handelt, um selbst benötigte Leistungen zu erstattet, ist somit in vielen Fällen zweifelhaft, zumal die Gesamtkosten im Gesundheitswesen stetig steigen und so die Kürzung von Leistungen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten nahelegen.  

Mit der privaten Krankenversicherung individuelle Altersrückstellungen ansparen

Die private Krankenversicherung ist grundlegend anders organisiert als das gesetzliche System. Hier werden sogenannte Altersrückstellungen gebildet, d.h. heute eingezahlte Beiträge kommen in späteren Lebensjahren dem Versicherungsnehmer zu Gute. Im Regelfall führen die privaten Krankenversicherung zwar auch kein individuelles Konto pro Versicherungsnehmer, jedoch werden hier Versicherte eines Jahrgangs zusammengefasst, bei denen aus versicherungstechnischer Hinsicht in bestimmten Lebensjahren stets mit bestimmten, gesundheitlichen Durchschnittskosten zu rechnen ist. Das Prinzip der Altersrückstellungen sorgt zudem für eine überschaubare Beitragshöhe bzw. einen nur geringen, gleichmäßigen Anstieg dieser Beiträge. Rein nach der Gesundheit bemessen, würde ein sehr junger Versicherungsnehmer schließlich einen extrem geringen Beitrag für seine gesundheitliche Absicherung einzahlen, der jedoch im hohen Lebensalter mit zahlreichen Erkrankungen unermesslich hoch werden dürfte. Das Prinzip der Altersrückstellungen bewahrt vor dieser Schieflage und bietet so über die gesamte Beitragsdauer hinweg eine Absicherung zu einem monatlichen Beitrag, der im Laufe der Versicherungsjahre nicht extrem auseinanderreißt.  

Altersrückstellung zu einem anderen Versicherer mitnehmen

Erst seit dem Jahr 2009 wird nach deutscher Gesetzgebung ein weiterer Vorteil geboten, der für alle neuen Mitglieder der privaten Krankenversicherung interessant ist. Bis zu diesem Zeitpunkt war es nicht möglich, die angesparten Altersrückstellungen einer Versicherung mit zu einem anderen Versicherungsunternehmen herüberzuretten. Selbst wenn dieser einen geringen, monatlichen Beitrag für die eigene Person in Aussicht stellte, war ein Wechsel mit finanziellen Nachteilen verbunden, da gerade nach langer Zugehörigkeit zur alten Krankenversicherung auf die angesparten Rückstellung komplett verzichtet werden musste. Seit dem Jahr 2009 gilt dies jedoch nicht mehr, ein Wechsel zu einem preiswerten, privaten Krankenversicherer kann daher ohne weiteres erfolgen und macht den Transfer der bislang angesparten Beiträge als Rückstellung mühelos möglich. Wer daher aktuell überlegt, den grundsätzlichen Wechsel vom gesetzlichen in den privaten Gesundheitsschutz anzustreben, kann nach wenigen Jahren auch ohne Nachteile zu einer anderen Versicherung wechseln, falls sich diese mittlerweile als tariflich besser herausstellen sollte.