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Gesundheitszustand in der PKV

Wer als Angestellter mit seinem Bruttojahreseinkommen die Versicherungspflichtgrenze überschreitet oder als Beamter, Selbstständiger oder Freiberufler tätig ist, besitzt die direkte Wechselmöglichkeit in einen Volltarif der PKV. So einfach dies auch klingen mag, gestaltet es sich in der Praxis jedoch nicht, worunter gerade ältere Versicherungsnehmer zu leiden haben. Bei weitem sind die genannten Voraussetzungen nicht als einziges zu erfüllen, damit eine private Krankenversicherung die eigene Person auch aufnimmt. Entscheidend für den einzelnen Anbieter ist vielmehr das individuelle Risiko der Absicherung, das sich am Gesundheitszustand des Wechselwilligen bemisst. Noch bis vor wenigen Jahren konnte eine komplette Ablehnung eines Anfragenden erfolgen, mittlerweile bietet sich der Basistarif als leistungsschwache Alternative für alle an, die unbedingt in die PKV wechseln möchten.  

Wozu wird eine Gesundheitsprüfung durchgeführt?

In erster Linie dient die Gesundheitsprüfung der Festlegung des monatlichen Beitrags, der anders als bei einer gesetzlichen Krankenkasse alleine anhand der individuellen, gesundheitlichen Disposition ermittelt wird. Noch bevor ein Vertrag zur Absicherung aufgesetzt wird, hat der Wechselwillige zahlreiche Fragen zu seiner Gesundheit zu beantworten, die der Versicherung einen Überblick über mögliche Risikofaktoren deutlich machen. Die Fragen sind ehrlich und gewissenhaft zu beantworten, ein Verschweigen bekannter Schwächen führt schlimmstenfalls zum kompletten Verlust des Versicherungsschutzes. Nach versicherungsmathematischen Tabellen und Grundlagen findet abschließend eine Tarifierung anhand der gegebenen Antworten statt, der konkrete Versicherungsbetrag für den persönlichen Tarif ist ermittelt.   Was passiert jedoch, wenn die gemachten Angaben auf eine sehr schwache Gesundheit mit zahlreichen Vorerkrankungen hindeuten? Verständlicherweise würden diese Angaben zu einem deutlich höheren Beitrag führen, einer Versicherung kann das Risiko der Absicherung eines solchen  Versicherten jedoch deutlich zu hoch sein, da dieser regelmäßig höhere Kosten verursachen würde. Die Konsequenz wäre dann eine Ablehnung des Gesuchs, der private Krankenversicherung würde den Wechselwilligen in diesem Fall nicht aufnehmen. Wie bei anderen Versicherungsformen auch, ist es das Recht jeder Versicherung, auch von ihrer Seite aus einem Geschäft nicht zuzustimmen, da sich dieses in den Augen der Versicherung als besonders nachteilig für sie herausstellen würde bzw. horrende Beiträge vom Versicherungsnehmer eingefordert werden müssten.  

Der Basistarif – eine sinnvolle Alternative?

Noch bis zum Jahr 2008 musste ein gesundheitlich geschwächtes Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse damit rechnen, dass sämtliche Anbieter der PKV sie ablehnen bzw. ihnen nur Monatsbeiträge bieten konnten, die kaum zu meistern waren. Seit 2009 besteht jedoch die Pflicht für jede private Krankenversicherung, einen Wechselwilligen bei Erfüllung der formellen Voraussetzungen aufzunehmen. Zu diesem Zweck wurde der sogenannte Basistarif eingeführt, der in seinen Leistungen eher eine schwache Performance bietet und grob mit dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen verglichen werden kann. Auch wenn dieser Tarif von allen Versicherungen in Deutschland eher stiefkindlich behandelt wird, ermöglicht er jedem Wechselwilligen zwei wesentliche Ziele: Den garantierten Wechsel in die PKV unabhängig von der eigenen Gesundheit sowie überschaubare Monatsbeiträge, da auch die Leistungen des Basistarifs überschaubar bleiben.   Ob sich der Basistarif als Alternative zu einem echten Volltarif der PKV lohnt, ist in vielen Fällen zweifelhaft. In den Leistungen dieses Tarifs wird verglichen mit einer gesetzlichen Krankenkasse nicht wirklich viel gewonnen, zudem gibt der Versicherungsnehmer nach dem Wechsel einen Vorzug wie die Familienversicherung auf. Dennoch gibt es Situationen, in denen sich der Basistarif als gute Alternative erweist. Oftmals entscheiden sich etablierte Mitglieder der PKV für einen Wechsel in diese preiswerte Tarifvariante, falls sie ihre monatlichen Beiträge spürbar absenken möchten. Zudem kann es bei Versicherten auch zu einem kompletten Vertrauensbruch mit dem gesetzlichen Versicherungssystem gekommen sein, so dass in jedem Fall ein Wechsel in den privaten Schutz erfolgen soll, selbst wenn dieser in den Leistungen vergleichbar bleibt. Ein individueller Vergleich sollte für einen Versicherungsnehmer mit angeschlagener Gesundheit schnell deutlich machen, wann sich der Wechsel in die PKV lohnt und ob diese in Leistungen und Beiträgen den eigenen Wünschen entspricht.