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Einkommensgrenzen in der privaten Krankenversicherung

Wer nicht als Selbstständiger, Freiberufler oder Beamter tätig ist, muss deshalb nicht zwingend auf den gesundheitlichen Schutz durch die private Krankenversicherung verzichten. Auch wenn der Wechsel klassischer Arbeiter und Angestellter in die PKV historisch nicht geplant war, hat der Gesetzgeber vor einigen Jahrzehnten diese Möglichkeit geschaffen. Da jeder Wechselwillige beim Übergang in die private Krankenversicherung die Finanzierung des gesetzlichen Systems ein Stück weit gefährdet, ist der Wechsel entsprechend erschwert und somit an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden. Nur wer mit seinem jährlichen Bruttojahreseinkommen einen bestimmten Grenzbetrag überschreitet, erwirbt die Möglichkeit, nach einer Wartefrist von aktuell einem Jahr in den Versicherungsschutz der PKV zu wechseln.  

Wie hoch liegen aktuell die Einkommensgrenzen zum Wechsel in die PKV?

Die Einkommensgrenze, genauer gesagt die Versicherungspflichtgrenze, wird jährlich neu durch den Gesetzgeber angepasst und hat für das kommende Kalenderjahr seine Gültigkeit. Für das Jahr 2012 liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 50.850 Euro Bruttojahreseinkommen, dies sind umgerechnet 4.237,50 Euro im Monat. Im Jahr 2011 lag die Grenze etwas niedriger bei 49.500 Euro Bruttojahreseinkommen bzw. 4.125 Euro monatlich. Seit vielen Jahren wurde die Versicherungspflichtgrenze stetig um einen geringen Prozentsatz angehoben, lediglich das Jahr 2011 stellte mit einer leichten Absenkung eine Ausnahme dar.   Im Einzelfall gilt es für einen Arbeitnehmer zu prüfen, was überhaupt vom Gesetzgeber als Bruttojahreseinkommen gewertet wird. Nicht immer erfolgt einfach nur eine regelte Gehaltszahlung nach einem festen Gehalt, vielmehr werden Sonderleistungen, Provisionen oder Sachwerte zur Verfügung gestellt, die je nach Situation auch zum Bruttojahreseinkommen gerechnet werden dürfen. Eine Einzelprüfung ist hierbei unumgänglich, pauschal gesagt werden Einmalzahlungen oder erfolgsgebundene Gratifikationen nicht angerechnet, fortlaufende Zusatzzahlungen oder Sachleistungen mit einem klaren, finanziellen Gegenwert oftmals schon. Wer als Arbeitnehmer in einem Kalenderjahr nahe der Versicherungspflichtgrenze liegt, sollte sich genauer bei seinem Arbeitgeber informieren.  

Wie ist nach Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze zu verfahren?

Sollte der genannte Grenzbetrag in einem Kalenderjahr überschritten werden, ist die Grundvoraussetzung für den Wechsel erfüllt. Dieser Wechsel kann noch nicht unmittelbar erfolgen, vielmehr ist eine Wartefrist zu erdulden. Diese liegt seit dem Jahr 2010 wieder bei einem Jahr, zuvor betrug sie seit den 1990er Jahren drei Jahre. In dieser Periode lassen sich bereits umfangreiche Informationen über die Tarife der privaten Krankenversicherung einholen, um so herauszufinden, bei welcher Versicherung man sich am besten aufgehoben fühlt und wo es ein umfangreiches und individuelles Leistungsspektrum zu möglichst geringen Monatsbeiträgen gibt.   Wie der Name Versicherungspflichtgrenze es bereits andeutet, erlischt mit dem Überschreiten die Pflicht, weiterhin einer gesetzlichen Krankenversicherung anzugehören. Hieraus ist jedoch nicht die Pflicht herzuleiten, in die PKV wechseln zu müssen. Individuell bleibt stets zu prüfen, welche Option die individuell beste Möglichkeit ist, dennoch bleibt in den meisten Fällen der Wechsel zu einem privaten Versicherer das erklärte Ziel. Bei jüngeren Arbeitnehmern ist dies meist wegen der Ersparnisse bei den Monatsbeiträgen begründet, in höherem Alter können weitreichende Leistungen das wesentliche Kriterium darstellen.  

Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze – was ist der Unterschied?

Neben dem genannten Grenzbetrag existiert noch eine weitere Rechengröße, die für das Krankenversicherungssystem unerlässlich ist – die Beitragsbemessungsgrenze. Laien im Versicherungsbereich verwechseln die beiden Größen schnell, was auch darin begründet liegt, das beide Werte über Jahrzehnte hinweg die gleiche Höhe hatten und erst nach der Jahrtausendwende voneinander getrennt wurden. Für das Jahr 2012 liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 3.825 Euro im Monat und somit niedriger als die Versicherungspflichtgrenze.   Sollte ein Arbeitnehmer die Beitragsbemessungsgrenze mit seinem Bruttomonatseinkommen überschreiten, sind für die Zusatzeinnahmen keine Beiträge ins gesetzlichen Krankenversicherungssystem zu entrichten. Der Betrag stellt also das Maximum das Einkommens dar, dass für die Berechnung des Krankenkassenbeitrags herangezogen wird. Ein Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze reicht daher nicht aus, um in die PKV wechseln zu können, hierfür muss in jedem Fall die Versicherungspflichtgrenze überschritten werden.