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Berufsgruppen in der PKV

Landläufig ist in Deutschland die Meinung anzutreffen, dass der Wechsel in einen Volltarif der privaten Krankenversicherung ausschließlich Menschen mit einem überdurchschnittlichen hohen Jahreseinkommen offensteht. Dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit: Der Wechsel in die PKV kann auch bei einem sehr überschaubaren Einkommen erfolgen, sofern der Versicherungsnehmer einer bestimmten Berufsgruppe angehört. Vor allem selbstständige Berufe profitieren von dieser Regelung und erhalten die Möglichkeit, einen umfassenden Schutz der eigenen Gesundheit für einen überschaubaren Monatsbeitrag zu realisieren.  

Welche Berufsgruppen direkt in die private Krankenversicherung wechseln können

Einkommensunabhängig wird der Wechsel in die PKV für sämtliche Selbstständige und Freiberufler möglich. Akademiker wie z.B. Ärzte, Notare oder Anwälte können ebenso wie Journalisten, Künstler und andere Freiberufler von den Tarifen der privaten Anbieter profitieren und so eine Absicherung nach Maß erhalten. Gerade wer als junger Unternehmensgründer eine Absicherung seiner Gesundheit wünscht, profitiert beim Einstieg in die PKV zu einem frühen Zeitpunkt noch von ansprechend niedrigen Beiträgen. Künstlerische Freiberufler haben zwar die Möglichkeit, über die Künstlersozialkasse Teil des gesetzlichen Rentensystems zu werden, viele nutzen dennoch die Möglichkeit, sich privat abzusichern und so auf ein größeres Leistungsspektrum bei zahlreichen Erkrankungen zu vertrauen.   Neben Freiberuflern und Selbstständigen ist die PKV auch für Beamte unabhängig ihres Einkommens offen, selbiges gilt für Anwärter auf den Beamtendienst. Auch Soldaten und ähnliche Berufsgruppen, die im weitesten Sinne dem öffentlichen Dienst zuzuordnen sind, müssen nicht auf ein entsprechend hohes Einkommen achten, um den Wechsel in einen privaten Versicherungstarif zu realisieren. Bei manchen Berufen mag es sich um eine Grauzone handeln, da z.B. einer öffentlichen Tätigkeit sowie einer privaten Nebenbeschäftigung nachgegangen wird bzw. ein Freelancer auch als fester Mitarbeiter Agenturen, Firmen u.a. beliefert. In solchen Fällen ist die individuelle Situation zu überprüfen, im Regelfall entscheidet dabei die hauptberufliche Tätigkeit auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe, die idealerweise zu einer möglichen Absicherung in der PKV führt.  

Wieso ist der unmittelbare Wechsel in die PKV auf die genannten Berufsgruppen beschränkt?

Dies hat in erster Linie historische Gründe. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Deutschland ein flächendeckendes Sozialversicherungssystem zur Absicherung von Arbeitern und Angestellten eingeführt – der Vorläufer der gesetzlichen Pflichtversicherung bei einer Krankenkasse. In vielen Fällen erfolgte die Absicherung über eine Krankenkasse des eigenen Unternehmens oder einer Industriebranche, oftmals spielten auch regionale Faktoren eine Rolle. Da der Schutz faktisch nur auf klassische Fabrikarbeiter oder Angestellte abzielte, wurden Selbstständige, Akademiker und ähnliche Berufsgruppen nicht von dieser Pflicht umfasst. Da diese dennoch eine umfassende Absicherung ihrer Gesundheit wünschten, nutzten sie die neuen Versicherungstarife der damaligen Zeit, um sich privat abzusichern. Diese Tradition ist bis heute erhalten geblieben, so dass freie, akademische und selbstständige Beruf in zahlreichen Fällen weiterhin einen direkten Zugang zu den Tarifen der PKV genießen.  

Den Wechsel in die private Krankenversicherung analysieren und planen

Wer in den Beamtendienst wechselt oder einer neuen, selbstständigen Tätigkeit nachgeht, sollte in Ruhe die aktuellen Tarife der deutschen Versicherungslandschaft prüfen, z.B. durch eine rechnerische Gegenüberstellung mit einem Vergleichsrechner. Als Mitglied einer PKV ist zwar der Wechsel zu einem anderen, privaten Anbieter problemlos möglich, der erneute Schritt zurück in den gesetzlichen Gesundheitsschutz ist hingegen mit hohen Hürden verbunden und oft nur in Ausnahmefällen möglich, z.B. wenn die selbstständige Tätigkeit durch eine längere Arbeitslosigkeit endet. Wer auf umfassende Leistungen der privaten Anbieter vertrauen möchte und sich nicht mit dem Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen zufrieden gibt, sollte daher genau überlegen, wann und zu welchem Anbieter er wechselt. Gerade im sich wandelnden Wirtschaftsleben kann es schnell passieren, dass die Berufsgruppe freiwillig oder zwangsläufig wechselt, so dass sich auch für die gesundheitliche Absicherung neue Rahmenbedingungen ergeben. Sich ausreichend zu informieren und auch rechnerisch den Vergleich aktueller Tarife durchzuführen, kann bei der Entscheidung erheblich weiterhelfen.