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Hamburg - Sonntag, 15.07.2012

Mitglieder der PKV aus zahlreichen Schichten

Viele Versicherte nicht oberhalb der Versicherungspflichtgrenze

Die verschiedenen Modelle der Gesundheitsabsicherung in Deutschland, die sich im Wesentlichen die Wahl zwischen einer gesetzlichen Krankenkasse und der privaten Krankenversicherung bieten, haben in den Augen vieler Kritiker zu einer Zwei-Klassen-Medizin geführt. Ihr Argument ist dabei, dass ein Großteil der Mitglieder in der PKV zu den Besserverdienenden gehört, ein umfassender Schutz der eigenen Gesundheit somit nur für etwas Betuchte zur Verfügung stünde. Genau dies ist allerdings nicht der Fall, wie im Rahmen einer aktuellen Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV erläutert wird. Ebenso wie die Debeka als größte, deutsche Krankenversicherung macht das Institut deutlich, dass das Einkommen der meisten Mitglieder nicht über der Versicherungspflichtgrenze liegt und daher nicht wirklich von einem Versicherungsschutz für Reiche gesprochen werden kann.

Maximal jeder Fünfte mit höheren Einkommen

Als wesentliches Argument sehen Kritiker, dass für die Mitgliedschaft von Angestellten stets das Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze notwendig ist, die aktuell oberhalb von 50.000 Euro Bruttojahreseinkommen liegt. In der Tat ist diese Grenze eines der wesentlichen Kriterien, um überhaupt Mitglied in der PKV werden zu können, allerdings wird dieses Kriterium je nach Studie nur von jedem fünften bis sechsten Mitglied erfüllt. Da grundsätzlich auch der Ehepartner und Kinder in diesem Fall Mitglied der PKV werden können und dabei einen eigenen Vertrag benötigen, ist sogar von ca. der Hälfte an Mitgliedern auszugehen, die selbst gar nicht erwerbstätig sind. Im Unterschied zu den Tarifen der gesetzlichen Krankenkassen gibt es bei den privaten Anbietern zwar keine Option der Familienversicherung, d. h. die einzelnen Familienmitglieder werden nicht kostenlos in den Vertrag des Hauptversicherten integriert. Dennoch hat es sich über die Jahre und Jahrzehnte ergeben, dass viele Mitglieder dennoch die Option nutzen, ebenfalls in die PKV wechseln, selbst wenn für den eigenen Vertrag zusätzliche Kosten anfallen.

Freie Berufe mit Wechselmöglichkeit in die private Krankenversicherung

Ein nicht unerheblicher Teil der Versicherten, die aktuell Mitglied bei einer privaten Krankenversicherung sind, gehen ihrem Beruf als Selbstständiger oder Freiberufler nach. Sollte eine derartige Berufstätigkeit vorliegen, wird keinerlei Einkommensgrenze angelegt, was den Nachteil ausgleichen soll, dass Angehörige freier Berufe ihren kompletten Versicherungsbeitrag selbst zahlen müssen und dabei keine Unterstützung durch einen Arbeitgeber erhalten. In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben nicht wenige Angehörige freier Berufe von der Option Gebrauch gemacht und sorgen ebenfalls dafür, dass die PKV nicht alleine ein Versicherungsschutz der Besserverdienenden ist. Eine letzte Gruppe soll nicht verschwiegen werden, die allerdings für die privaten Versicherungen eine zunehmende Belastung darstellt – die Gruppe der Arbeitslosen bzw. säumigen Beitragszahler. Diese können durch die geltende Versicherungspflicht in Deutschland nicht mehr so einfach durch den Versicherer gekündigt werden, vielmehr steht maximal ein Wechsel in den leistungsschwächeren Basistarif bereit. Auch diese Gruppe sorgt dafür, dass viele Mitglieder ohne ein höheres Einkommen weiterhin im Schutz der PKV verbleiben, auch wenn dies nicht immer mit reizvollen Beitragseinnahmen für den Versicherer verbunden ist.