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Hamburg - Donnerstag, 19.01.2012

Kostenfaktor der privaten Krankenversicherung für viele Versicherte problematisch

Die richtige Abwägung zwischen Kosten und Leistungen finden

In frühen Jahren des Lebens einen Tarif der privaten Krankenversicherung zu wählen, ist für die meisten Versicherungsnehmer mit einer klaren Absenkung ihres Beitrags gegenüber den Zahlungen an eine gesetzliche Krankenkasse verbunden. Zweifelsohne kann sich diese Entwicklung jedoch auch umkehren, wie in diesem und den letzten Jahren zahlreiche Mitglieder in der PKV zu spüren bekommen haben. Der Kostenanstieg im Gesundheitswesen ist hier nicht spurlos an ihnen vorbei gegangen, viele Gesellschaften sehen keine andere Möglichkeit als den Kostenfaktor in einem klar erkennbaren Maße an ihre Mitglieder weiterzugeben. An eine Kündigung zu denken, ist dabei vollkommen verständlich, allerdings können sich auch andere Alternativen als sinnvoll erweisen.

Die Leistungen des eigenen PKV Vertrags genau überdenken

Einen Versicherungsschutz in der PKV aufrechtzuerhalten, war für viele Mitglieder vor allem aufgrund der Leistungen motiviert, die ihnen durch einen PKV Vertrag zugesichert wurden und die im gesetzlichen System hohe Zuzahlungen bedeutet hätten. Dennoch bietet so mancher Volltarif der privaten Krankenversicherer Leistungen, die noch nie in Anspruch genommen worden und für die man als Versicherter individuell auch kein großes Risiko der Erkrankung mit späterer Kostenübernahme durch den Versicherer sieht. Sollte über eine Kündigung nachgedacht werden, die ein Unternehmen der PKV natürlich verhindern möchte, sollte offen über die Reduktion des Leistungsspektrums diskutiert werden. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, einzelne Leistungspunkte gezielt aus dem Vertrag zu entfernen, führt dies zwangläufig zu einer Reduktion der Beiträge, ohne dass hierdurch ein subjektiv empfundener Verlust von Leistungen entsteht. Eine reine Grundversorgung, wie sie der ungeliebte Basistarif der PKV bietet, ist deshalb dennoch nicht zu empfehlen.

Angebote der privaten Krankenversicherer gezielt gegenüberstellen

Es ist unstrittig, dass in den letzten Jahren die Unternehmen der privaten Krankenversicherung immer wieder mit Erhöhungen der Beiträge ihre anfallenden Kosten ausgleichen mussten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass bei allen Anbietern dieser Versicherungstarife ein Anstieg im gleichen Maße stattgefunden hat, stattdessen sind verschiedene Versicherer auch ohne große Erhöhungen ausgekommen und bieten eine stabile Finanzierung all ihrer Leistungen. Bevor man als Kunde als gleich den gesamten Sektor PKV abwertet und den Wechsel zu einem gesetzlichen Anbieter bevorzugt, kann auch der Vergleich innerhalb der privaten Krankenversicherung helfen. Möglicherweise zeigt ein solcher Vergleich Unternehmen auf, die besser mit ihren finanziellen Mitteln wirtschaften und so in den vergangnen Jahren durch eine Beitragsstabilität überzeugen konnten. Eine Mitnahme der angesparten Anwartschaften ist in dieser Situation für Neuverträge ab dem Jahr 2009 in jedem Fall möglich.