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Hamburg - Donnerstag, 22.12.2011
Gesetzliche Ausgaben für Arzneimittel 2011 rückläufig
Zahlen der ersten drei Quartale deuten auf gute Entwicklung hin
Noch vor wenigen Jahren waren die Ausgaben für Medikamente einer der wesentlichen Kostenfaktoren für die gesetzlichen Krankenkassen. Ein Zustand, an dem sich bis heute nichts geändert hat, bei dem die Politik jedoch durch eine klare Gesetzgebung deutlich machte, dass die Kosten in diesem Feld zunehmend abgesenkt werden sollten. Die Regelung, bei Medikamenten mit dem gleichen Wirkstoff stets das preiswerteste zu verschreiben und ähnliche Umsetzungen der Politik scheinen die Entwicklung von stetig steigenden Ausgaben der Krankenkassen für Medikamente erst einmal gebremst zu haben. Nach aktuell vorliegenden Zahlen haben sich alleine die Ausgaben für Medikamente aller Kassen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 in spürbarer Weise reduziert.
Reduktion um fast drei Prozent gegenüber dem Vorjahr
Auch im Jahr 2011 liegen die Ausgaben für Medikamente und Heilmittel auf einem extrem hohen Niveau, alleine in den ersten neun Monaten mussten mehr als 22 Milliarden Euro für diese Form der medizinischen Versorgung durch die Krankenkassen finanziell aufgebracht werden. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Jahres 2010 stellt dies allerdings eine Reduktion der Kosten um insgesamt 2,7% dar, die in dieser Form selbst von der Politik zwar erhofft, aber nicht erwartet werden konnte. Begründet werden kann die Entwicklung vor allem durch die gesetzlich vorgeschriebene Neuordnung des Arzneimittelmarktes, die sogenannte Zwangsrabatte mit sich gebracht hat und so zu Gunsten der belasteten Krankenkassen eine neue und günstigere Form der Finanzierung bei unzähligen Heilmitteln ermöglicht. Die Kostenbelastung findet dabei übrigens zu einem entscheidend großen Teil auf den Schultern der Pharmaunternehmen statt, die gerade in den letzten Jahren immer wieder medial in die Kritik gerieten und als Wirtschaftsunternehmen wie Preistreiber in zahlreichen Fällen angeprangert wurden.
Entwicklungen auch für die PKV interessant
Wurden die Zahlen aktuell nur für die gesetzlichen Krankenkassen präsentiert, befindet sich auch der Bereich der privaten Krankenversicherung in einem Wandel, so dass immer mehr private Versicherer beim immensen Kostenfaktor Medikamente auf entsprechend preiswerte Lösungen setzen. Dies sichert Privatpatienten zwar weiterhin eine umfassende, medizinische Versorgung mit Medikamenten zu, die individuell eine unerlässliche Rolle spielen, durch Einsparungen bei Arzneimitteln wird es dennoch möglich, den Beitragssatz auf einem fairen Niveau zu halten.