Jetzt kostenlos vergleichen!



Nachrichten

Hamburg - Dienstag, 21.06.2011

DKV-Vorstand macht sich für Begrenzung von Provisionen stark

Praktiken der Makler auch für Versicherte nicht optimal

Im Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel äußerte der Chef des privaten Versicherers DKV, Dr. Clement Muth, aktuell seinen Unmut über die Praxis, die bei zahlreichen Versicherungen bei der Vergabe von Provisionen usus geworden ist. Nicht nur für sein Unternehmen, sondern für die gesamte Branche der privaten Krankenversicherung ist das Prinzip hoher Provisionen mit grundlegenden Problemen verbunden, da die geltenden Regeln zahlreiche Makler permanent dazu ermutigen, Kunden vom Abschluss neuer Verträge zu überzeugen. Kassieren die Makler hierzu ihre stattlichen Provisionen, muss der Wechsel in einen anderen Tarif für den einzelnen Versicherten bei weitem nicht immer mit Vorteilen verbunden sein.

Begrenzung der Provisionshöhe durchaus erwünscht


Dass die deutsche Politik aktuell darüber nachdenkt, die Provisionen der Makler zu begrenzen und z.B. maximal ein Jahresbeitrag als Provision für den Vertragsabschluss erhalten werden dürfte, begrüßte der Chef der DKV, um so dem ständigen Anstieg neuer Provisionshöhen ganz gezielt entgegenzuwirken. Das System bei vielen Versicherungen hat sich mittlerweile so etabliert, dass für Angestellte der Agenturen oder im Außendienst die festen Einnahmen in den Hintergrund geraten und vor allem das Einstreichen von Provisionen als grundlegende Basis für das Gehalt herangezogen werden. Diese werden allerdings erfolgsabhängig vergeben, sprich nur in Momenten, in welchen ein neuer Vertrag oder Tarif durch den Kunden abgeschlossen wird. Schlimmstenfalls kann es so sogar dazu kommen, dass ein Kunde einen an sich guten Vertrag kündigt, nur den guten Worten seines Versicherungsmaklers folgend, der für den Wechsel in einen vermeintlich schlechteren Tarif eine bemerkenswerte Provision erzielt. Auch die Frage der Mitnahme von Anwartschaften wird in solchen Fällen nicht immer deutlich geklärt und kann so zu weiteren, finanziellen Nachteilen für den einzelnen Versicherten führen.

Als Versicherungsnehmer alle Tarife kritisch hinterfragen

So sehr manche Makler einem auch den Wechsel des Versicherungsschutzes nahelegen oder bestimmte Tarife als unverzichtbar bezeichnen – in jedem Fall sollte man sich als Versicherter kritisch damit auseinandersetzen, was ein Tarif bietet und inwieweit eine neue Tarifvariante wirklich eine Verbesserung zur alten darstellt. Auf diese Weise kann jedes Mitglied in der PKV, egal ob in einem Voll- oder Zusatztarif, einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, auch noch in einigen Jahren bzw. Jahrzehnten auf eine sehr gute Absicherung zurückgreifen zu können.