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Hamburg - Montag, 20.06.2011Privat Versicherte erhalten schneller einen Arzt-Termin
Wer kennt das nicht: Man fragt in der Arztpraxis nach einem Behandlungstermin und bekommt dann als gesetzlich Krankenversicherter einen Termin in mehreren Wochen oder gar Monaten genannt. Privat Versicherte kennen dieses Problem kaum. Erwähnt man, dass man eine private Krankenversicherung hat, bekommt man meist unmittelbar einen Termin zugewiesen und auch Wartezeiten im Warteraum gehören für privat Versicherte eher zur Seltenheit. Doch warum werden bestimmte Versichertengruppen von Ärzten bevorteilt? Folgender Artikel versucht die wichtigsten Gründe dafür aufzuführen.
Der wohl augenscheinlichste Grund für die Bevorzugung von Privatpatienten ist sicherlich die Honorarabrechnung. Ärzte können bei diesen Patienten ohne gesonderte Begründung ein mehrfaches der kassenärztlichen Gebühr in Rechnung stellen. So ist für Privatpatienten ein Faktor von 1,8 - 2,3 der "normalen" Rechnung üblich. Oft werden auch noch höhere Faktoren von z.B. 3,5 (bei Chefarztbehandlung) und mehr berechnet. Der Arzt bekommt also bei gleicher Leistung für die Behandlung eines Privatpatienten ein Vielfaches des „normalen“ Honorars. Ein hoher Anteil von Privatenpatienten bringt dem Arzt ein beträchtlich höheres Einkommen. Deshalb ist es also nicht verwunderlich warum privat Versicherte oft sofort einen Behandlungstermin bekommen.Ein weiterer Grund hängt mit der Budgetierung des Ärzteeinkommens zusammen. So darf ein Arzt pro Patient und Erkrankung nur ein bestimmtes Honorar pro Quartal in Rechnung stellen. Selbst wenn die Behandlungskosten für einen einzelnen Patienten höher waren, sind die gezahlten Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse für den Patienten im Quartal begrenzt. So kommt es mittlerweile häufig vor, dass Ärzte ihr Maximalbudget schon weit vor Ablauf des Quartals erreicht haben und mit jeder weiteren Behandlung bis zum Quartalsende keinen einzigen Cent mehr verdienen. Patienten wird dann meist erst wieder ein Behandlungstermin im nächsten Quartal zugebilligt. Bei privat versicherten Patienten gibt es diese Budgetierung nicht. Sie können zu jedem beliebigen Zeitpunkt behandelt und danach abgerechnet werden. Auch aus diesem Grund versuchen die Ärzte den Anteil ihrer Privatpatienten möglichst hoch zu halten.
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Autor: Peter Brüller
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