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Hamburg - Mittwoch, 06.04.2011

Ein Drittel der Privatversicherten mit PKV unzufrieden

Die private Krankenversicherung lockt mit niedrigen Beiträgen und Leistungen, von denen gesetzlich Versicherte nur träumen können. Allerdings wirft eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest ein anderes Licht auf die PKV. Fast jeder dritte Privatversicherte ist mit der privaten Krankenversicherung unzufrieden. Zehn Prozent der befragten Mitglieder einer privaten Krankenkasse würden am liebsten sogar wieder in die GKV wechseln. Die Gründe für die Unzufriedenheit sind vielfältig, Hauptursache ist für viele der Privatversicherten aber die Beitragsentwicklung.

PKV-Beitrag in den letzten Jahren gestiegen
Die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen, die in den letzten Wochen und Monaten die gesetzlichen Krankenkassen beschäftigten, gehen auch an der PKV nicht spurlos vorüber. So ist allein der Beitrag zwischen 1997 und 2008 laut Angaben der „Frankfurter Rundschau“ um 55 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: In der gesetzlichen Krankenversicherung stiegen die Prämien im gleichen Zeitraum „nur“ um 32 Prozent.

Und auch 2010 bzw. 2011 mussten Privatversicherte wieder deutlich tiefer in die Tasche greifen. Dass die Zufriedenheit der Versicherten unter einer solchen Entwicklung leidet, ist verständlich. Dabei hatte die private Krankenversicherung gerade erst ein positives Ergebnis für das vergangene Geschäftsjahr vermelden können. Seitens der Barmer GEK, Auftraggeber der Umfrage, dürfte das Ergebnis dagegen ein Grund zur Freude sein.

Probleme teilweise hausgemacht


Wer die Probleme der Beitragsexplosion allerdings nur auf die Versicherer in der PKV abwälzt, betrachtet das Problem einseitig. Denn die Unzufriedenheit und Enttäuschung dürfte bei einigen Versicherten hausgemacht sein. Erst kürzlich warnte Stiftung Warentest vor immer wieder angepriesenen Billigtarifen. Zwar ist der Einstiegsbeitrag niedrig. Allerdings besteht in diesen Discount-Tarifen, die in erster Linie den jungen und gesunden Versicherungsnehmer anlocken sollen, die Gefahr einer späteren Beitragsexplosion. Wer sich im Rahmen der privaten Krankenversicherung absichern will, muss genauer hinsehen.

Und sollte zudem prüfen, ob die PKV überhaupt für die individuelle Lebenssituation geeignet ist. Familien mit mehreren Kindern fahren beispielsweise in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung besser als in einer privaten Krankenkasse. Die Umfrage von TNS Infratest soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch zufriedene Mitglieder der PKV gibt, die mit Leistung und Beitrag zufrieden sind. Und dass rund 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in der Befragung die private Krankenversicherung weiterhin als „attraktiv“ einstuften.