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Hamburg - Mittwoch, 23.03.2011Praxisgebühr in Deutschland auch nach Ansicht der Politik wenig effektiv
Abschreckungseffekt zum Besuch von Fachärzten nur sehr gering
Als die Praxisgebühr in der gesetzlichen Krankenversicherung vor einem guten Jahrzehnt eingeführt wurde, war mit ihr vor allem die Hoffnung verknüpft, den Krankenkassen ein neues, finanzielles Spektrum zu schenken. Vor allem die Hausärzte sollten auf diese Weise wieder zu einem zentralen Ansprechpartner bei allen Arten von Erkrankungen werden, so dass die Praxisgebühr für den Besuch bei einem Facharzt dann wegfällt, wenn zuvor der Hausarzt konsultiert wurde. Nach einem Interview mit der Tageszeitung Bild gibt jedoch auch Bundesgesundheitsminister Rösler zu, dass der Effekt der Praxisgebühr kaum in der Form gegeben ist, wie er ursprünglich von der Politik einmal angedacht worden war. Zu einer Abschaffung dieser Gebühr wird es jedoch in naher Zukunft nicht kommen.Kostenentlastung für die gesetzlichen Krankenkassen eher gering
Mit dem Hauptargument, die Spezialisten im medizinischen Bereich zu entlasten und die Rolle der Hausärzte zu stärken, kann sich die Praxisgebühr nicht wirklich durchsetzen. Nach Einschätzung zahlreicher Ärzte wirkt die Praxisgebühr nicht abschreckend und sorgt dennoch dafür, dass Patienten gerne den Betrag von 10 Euro zahlen, solange sie hierfür mit ihrer Erkrankung direkt bei einem Facharzt vorstellig werden können. Eine wirkliche Kostenentlastung für die gesetzlichen Krankenkassen bringt die Gebühr auch nicht mit sich und kann getrost als Tropfen auf den heißen Stein gesehen werden, der aktuell den gesetzlichen Krankenkassen zufließt. Auch wenn diese Zusatzeinnahme eher klein ist, möchte die aktuelle, schwarzgelbe Regierung auf sie im Gesundheitssystem auch nicht verzichten, weshalb die Regierung weiterhin an der Praxisgebühr im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung festhält.
Mit einem Zusatztarif die Praxisgebühr umgehen
In einem Volltarif der privaten Krankenversicherer hat man eine entsprechende Praxisgebühr nicht zu bezahlen. Wer keine Möglichkeit hat, in den umfassenden Schutz der PKV zu wechseln, kann jedoch zahlreiche Zusatzkosten im Gesundheitsbereich durch einen Krankenzusatztarif absichern. Neben klassischen Bereichen der Zusatzversicherung wie dem Zahnzusatz bieten immer mehr Versicherer auch Verträge an, mit denen andere Kosten von der Zuzahlung für Medikamente bis zur Praxisgebühr aufgefangen weren sollen. Auf diese Weise genießt jeder Versicherungsnehmer den Vorteil, gegen eine kleine Zusatzgebühr im Jahr nicht mehr über weitere Kosten bei der Behandlung nachdenken zu müssen und sich je nach Tarif auch die Praxisgebühr zu sparen.
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