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Hamburg - Donnerstag, 19.08.2010Hunderttausende nutzen Krankenkassenwechsel nach Einführung von Zusatzbeitrag
Einzelne Kassen mit sechsstelligen Verlusten an Versicherten
Als im Januar 2010 die ersten Krankenkassen ankündigten, von der gesetzlich vorgeschriebenen Option Nutzen zu machen und Zusatzbeiträge von ihren Versicherten einzuführen, wurde bereits von Experten eine Welle des Kassenwechsels vermutet. Bereits heute und somit nur ein halbes Jahr nach der Einführung zeichnen sich bei einzelnen Krankenkassen Szenarien ab, die so sicherlich noch nicht einmal von der Führungsebene der Krankenkassen erwartet worden sein dürften. Selbst höhere, sechsstellige Zahlen lassen sich in der Anzahl derjeniger feststellen, die sich gegen ihre alte Krankenkasse richten und stattdessen eine Absicherung durch einen Konkurrenten oder durch die private Krankenversicherung suchen, um so Monat für Monat Beiträge einsparen zu können.Finanzierung durch Zusatzbeiträge unrealistisch
Eine der größten Krankenkassen, die sich für die Einführung der Zusatzbeiträge von acht Euro pro Monat entschieden hatte, ist die DAK. Diese präsentiert nun in ihrem Halbjahresbericht das subjektive Schreckensszenario, dass alleine diese Erhöhung ausgereicht hat, um mehr als 300.000 Versicherte zu verlieren. Diese sind entweder zu anderen, gesetzlichen Krankenkassen gewechselt, die sich noch nicht für die Einführung einer Zusatzgebühr entschieden haben, oder haben letztendlich den Wechsel zu einem privaten Anbieter vollzogen. Die eigentlich durch den Gesetzgeber vorgesehene Absicht, durch den Zusatzbeitrag einen besseren, finanziellen Spielraum für die einzelnen Krankenkassen zu schaffen, hat sich durch die Austrittswelle somit nicht erfüllt sondern im Gegenteil sogar die finanzielle Situation der DAK wie auch anderer, gesetzlicher Krankenkassen noch eher verschärft.
Die Private Krankenversicherung als lohnenswerte Alternative
Viele Experten halten den Wechsel zu einer anderen Krankenkasse jedoch auch nur für eine periodische Lösung. In Anbetracht der finanziellen Schwierigkeiten im gesetzlichen Gesundheitssystems wird auf lange Sicht keine Krankenkassen drum herum kommen können, sich ebenfalls für eine Erhebung der Zusatzgebühr zu entscheiden, um die elementare Versorgung ihrer Versicherten sicher zu stellen. Um diesem Szenario überhaupt entgehen zu können, kann lediglich ein Wechsel in die private Krankenversicherung empfohlen werden, die keine Zusatzbeiträge in entsprechender Gestalt erhebt. Je nach gewünschten Leistungen und persönlichen, gesundheitlichen Risiken kann der zu zahlende Monatssbeitrag hierdurch sogar erheblich gesenkt werden.
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