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Hamburg - Donnerstag, 19.08.2010Union schlägt höhere Krankenkassenbeiträge für Dicke vor
Mehrheit der Deutschen für Bestrafung ungesunder Lebensweisen
Während die Private Krankenversicherung bereits seit vielen Jahrzehnten auf die individuelle Einschätzung der gesundheitlichen Risiken ihrer Versicherten setzt, äußern sich nun auch Politiker der Union interessiert darüber, ungesunde Lebensweisen der bei einer Krankenkasse versicherten Mitglieder der GKV finanziell durch einen höheren Beitrag zu bestrafen. Eine neue, von der Union in Auftrag gegebene Studie setzt sich genau hiermit auseinander und spielt dabei verschiedene Modelle durch, auf welche Weise das Gesundheitssystem finanziell entlastet werden könnte.Höhere Preise auf ungesunde Lebensmittel denkbar?
Wie der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem im Rahmen der Studie deutlich machte, sei heute beispielsweise die Tabaksteuer eine Gesellschaft akzeptiere Lösung, Menschen vor Kauf und Konsum von Zigaretten abzuhalten. In seinen Augen wäre ein Aufschlag auf ungesunde Lebensmittel denkbar, wobei dieser Zusatz direkt in die Gesundheitskassen fließen könnte und so den Kauf ungesunder Lebensmittel direkt abstrafen würde. Eine andere Überlegung wäre es, direkt bei den Krankenkassenbeiträgen anzusetzen und hier Aufschläge einzurechnen, sofern der entsprechende Versicherte Raucher oder übergewichtig ist. Eine strenge Gesundheitskontrolle durch die Krankenkassen wäre hierbei von Nöten, wobei gerade diese schnell die Kritik der Opposition auf den Plan rief. Gerade der Zustand extremer Adiposität sei nicht immer auf einen zu großen Konsum zurückzuführen, sondern könnte beispielsweise auch krankheitstechnische Ursachen haben. Hier individuell für den größten Teil der deutschen Bevölkerung gerechte Lösungen in der Beitragsstruktur zu finden, dürfte ein kaum zu bewerkstelligendes Unterfangen sein. Im Umkehrschluss stützt sich die Union jedoch auf aktuelle Umfragewerte, nach denen die Mehrheit der Deutschen durchaus höhere Beiträge für alle befürwortet, die bewusst gesundheitliche Risiken eingehen und die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen so in die Höhe treiben.
Private Krankenversicherung behält ihr Beitragssystem bei
Ungeachtet dieser Diskussion in der gesetzlichen Krankenversicherung kann sich jeder Versicherte in der Privaten Krankenversicherung jedoch sicher sein, keine Beitragserhöhungen aufgrund einer sich ändernden Lebensweise zu erhalten. Nach der erstmaligen Einstufung beim Wechsel in die PKV wird ein individueller Beitrag festgelegt, der ganz gezielt nur ihre individuellen, gesundheitlichen Risiken festlegt. Beitragsanspassung können zwar auch in der PKV stattfinden, nehmen dabei jedoch nicht ihren Lebenswandel in die Zange.
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