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Hamburg - Dienstag, 17.08.2010Fusion von BKK und DAK im gesetzlichen Versicherungssektor gescheitert
Zukunft der beiden einzelnen Krankenkassen weiterhin ungewiss
Anders als in der Privaten Krankenversicherung fürchten immer mehr gesetzliche Krankenkassen um ihre finanzielle Existenz. Fusionen hat es bereits in den vergangenen Jahren einige gegeben, die vor allem durch Einsparungen im Bereich Verwaltung den einzelnen Kassen die Möglichkeit geben soll, sich etwas gesund zu sparen und so noch solider mit den Einnahmen der gesetzlich Versicherten umzugehen. Dieses Ziel wurde auch von der BKK Gesundheit und der DAK angestrebt, die jedoch nun ihren Führungsgremium entsprechend empfehlen wollen, Abstand von einer entsprechenden Fusion zu nehmen. Zu groß sei das finanzielle Wagnis, das beide Seiten bei einer Fusion eingehen würden – die Zukunft beider Unternehmen bleibt jedoch durch das Scheitern der Fusion offener denn je.Zusatzbeitrag bringt nicht die gewünschte Entlastung für die Krankenkassen
Mit einer weiteren Erkenntnis konnten Vertreter beider Seiten zudem aufarten, die einige Experten im Gesundheitssektor nicht überraschen dürfte. Beide Krankenkassen waren schließlich Anfang des Jahres 2010 in die Medien geraten, da sie als eine der ersten den gesetzlich vorgeschriebenen Zusatzbeitrag von allen Versicherten erhoben. Dass dieser Betrag jedoch zu einer erkennbaren Entlastung der finanziellen Situation geführt hätte, war weder bei der BKK Gesundheit noch bei der DAK der Fall. Das Instrument Zusatzbeitrag scheint somit nicht nur im konkreten Fall ungeeignet dafür zu sein, in finanzielle Probleme geratene Krankenkassen dauerhaft zu entlassen und mit einem größeren, finanziellen Spielraum auszustatten.
Verstärkter Wechsel in die Private Krankenversicherung zu erwarten
Nach Scheitern der Fusionsgespräche ist die Zukunft beider Krankenkassen weiterhin offen. Sollte sich kein anderer, finanzstarker Partner im Gesundheitssektor finden lassen, ist sogar die Insolvenz der Krankenkassen möglich – ein Zustand, der bislang in Deutschland in dieser Dimension noch nicht eingetreten ist und Millionen von Versicherten kurzfristig ohne Versicherungsschutz dastehen lassen könnte. Zudem ist in der aktuellen Entwicklung auch mit einer größeren Abwanderung in Richtung der Privaten Krankenversicherung zu rechnen, was vor allem bei der DAK und der BKK Gesundheit durch die Erhebung des Zusatzbeitrages ausgelöst wurde. Zwar fällt für beide Krankenkasse so die Erstattung von Leistungen weg, jedoch auch der dringend benötigte, monatliche Beitrag von vielen Versicherten. Ob eine drohende Insolvenz auch andere Krankenkassen in Zukunft betreffen könnte, bleibt in dieser Hinsicht nur abzuwarten.
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