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Hamburg - Dienstag, 17.08.2010

Ärztemangel in einigen Regionen Deutschlands bereits akut

Gesundheitssystem vor großer Herausforderung für die Zukunft

Vor allem in den letzten beiden Jahren wurde das Szenario immer wieder durch die Medien angeheizt: Fertigt ausgebildete Ärzte entscheiden sich immer häufiger dafür, nach ihrem Studium in einer größeren Stadt zu bleiben, wodurch eine ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen immer stärker in Gefahr gerät. Viele Experten halten eine derartige Panikmache zur aktuell für unangebracht, dennoch lassen sich bereits heute schon Regionen in Deutschland finden, in denen das Netz der Ärzte extrem locker gespannt ist und somit eine Gefahr für die Patienten darstellt. Auch die Politik hat sich der Sache bereits mit einigen Vorschlägen angenommen, von denen jedoch keiner eine breite Zustimmung finden konnte und somit eine Reihe von Bundesbürgern in einem Schwebezustand hält, was ihre gesundheitliche Absicherung betrifft.

Vertrauen zum Arzt und zur Krankenversicherung verschwindet zunehmend

Vor allem die norddeutschen Inseln sind bereits heute von einem akuten Ärztemangel betroffen. Oftmals lässt sich nur auf einen Hausarzt zurückgreifen, bei schweren Erkrankungen oder fachlichen Untersuchungen muss stattdessen ein mühsamer Landgang angestrebt werden, der je nach gesundheitlicher Lage nur erschwert möglich ist. Auch die Abhängigkeit von einem einzigen, behandlenden Arzt wird von vielen Patienten und der Politik als kritisch eingestuft, da schließlich fachliche wie persönliche Differenzen dafür sorgen können, dass das Vertrauen in eine spezielle, behandelnde Person nicht gegeben ist. Letztlich sorgen sich auch Vertreter der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung darüber, dass in dieser Monopolstellung eines Arztes auch das Risiko liegt, fachliche Urteile zu stellen, die einen größeren finanziellen Schaden für die Unternehmen anrichten. Schließlich hätten die Patienten hier keine Möglichkeit, sich über einen Zweitarzt eine alternative Meinung einzuholen und so den vorgeschlagenen Behandlungen in jedem Fall ausgeliefert zu sein.

Verständnis für die Situation durch die Private Krankenversicherung

Vertreter der Privaten Krankenversicherung äußerten sich ebenfalls besorgt über die aktuelle Situation in den deutschen Inselregionen, eine Ansatz zur Lösung dieses Konfliktes sehen die Vertreter der PKV jedoch als Bringschuld der Gesundheitspolitik. Ob hier weitere Vorschläge wie die Idee von Minister Rösler kommen, Studenten von den Studiengebühren zu befreien oder andere finanzielle Anreize zu geben, wenn sie sich vor dem Studium für eine spätere Tätigkeit als Landarzt entscheiden, bleibt somit für die nähere Zukunft abzuwarten.