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Hamburg - Dienstag, 17.08.2010Anhebung des Beitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen
Zusätzliche 0,6 Prozent vom Lohn werden für die Gesundheit abgeführt
Nachdem die schwarzgelbe Bundesregierung im letzten Herbst noch vollmundig angekündigt hatte, eine große Gesundheitsreform anzustreben, ist nun vor der Sommerpause eher ein kleinstmöglicher Kompromiss entstanden, der keinem Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung gefallen dürfte. Zum 1.Januar 2011 hin erhöhen sich die Beiträge für Millionen Versicherte in den gesetzlichen Krankenkassen, die den Großteil der in Deutschland versicherten Patienten darstellen. Der erhöhte Anteil von 0,6 Prozent wird dabei jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen, Selbstständige und Freiberufler müssen den Betrag hingegen aus eigener Tasche komplett bezahlen.Kritik aus Politik, Gewerkschaften und den eigenen Reihen
Nach dem recht schnellen Beschluss rührte sich nicht nur bei den Oppositionsparteien heftige Kritik, die der Regierung eine zusätzliche Belastung von Millionen Versicherten vorwarfen. Gerade kleinere und mittlere Einkommen, die Monat für Monat um jeden Euro kämpfen müssen, würden durch die Erhöhung schmerzhaft getroffen. Vor allem der Wunsch, die gesetzliche und private Krankenversicherung auf neue Füße zu stellen und so eine grundlegende Reform im Gesundheitswesen einzuleiten, sei in keinster Weise zu erkennen. Eine solche Reform sei jedoch nötig, um das deutsche Gesundheitssystem fit für die Zukunft zu machen – eine Aufgabe, die der schwarzgelben Regierung wohl etwas zu groß war. Einziger Lichtblick bei der Entscheidung: Eine zusätzliche Kopfpauschale, wie sie zwingend von Gesundheitsminister Rösler für seine Amtszeit angedacht worden war, kommt nicht zu geltendem Recht. Eine Erleichterung für viele gesetzlich Versicherte, da bei kleineren Einkommen diese Zusatzpauschale mit Sicherheit die 0,6 Prozent Anhebung des monatlichen Beitrags überstiegen hätte.
Wechsel in die private Krankenversicherung in neuem Licht
Spätestens nach dieser Beitragserhöhung, die vor allem Selbstständige und Freiberufler empfindlich treffen dürfte, meldeten bereits erste Unternehmen der Privaten Krankenversicherung ein größeres Interesse an ihren Angeboten und Tarifen. Die von Zusatzbeiträgen und Beitragserhöhungen gestraften Versicherten der Krankenkassen seien zunehmend auf der Suche nach Alternative, wobei die Private Krankenversicherung für viele von ihnen eine lukrative Alternative darstellt. Eine Alternative, die in vielen Fällen Ersparnisse beim monatlich zu zahlenden Beitrag mit sich bringt und in jedem Fall die Leistungen der Krankenversicherung auf stabilem Niveau hält.
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