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Hamburg - Dienstag, 17.08.2010Breite Kritik für geplante Beitragserhöhung der Bundesregierung
Sozialverbände und Arbeitgeber einig mit der Opposition
Wie es aktuell ausschaut, hat sich die schwarz-gelbe Bundesregierung von der Idee verabschiedet, das Gesundheitssystem konsequent umzustellen und so fit zu für die Zukunft zu machen. Mit dem aktuell angedachten Gesetzesentwurf, der schon in Kürze das Parlament passieren soll, ist vielmehr die klassische Angebung des Beitragssatzes um weitere 0,6 Prozentpunkte angedacht. Ein Vorschlag, der in gewohnter Manier die Kritik der Opposition hervorrief, jedoch in einem großen Tenor auch die Stimmen aus allen gesellschaftlichen Bereichen vereinte, die sich gegen die Pläne der Bundesregierung formierten und dieser ein Versagen im Bereich der Gesundheitspolitik vorwerfen.Zusatzbelastung für alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung
Nicht nur die Sozialverbände vemängelten, dass durch eine Anhebung des Krankenkassenbeitrag vor allem die Menschen betroffen wären, die ohnehin dieser Tage kaum mit ihrem Einkommen zurecht kämen und vor einer weiteren, finanziellen Belastung kapitulieren würden. Neben Geringverdienern, denen effektiv noch weniger von ihrem monatlichen Einkommen bleiben würde, wäre jedoch auch der Mittelstand in erheblicher Weise von der Neuregelung betroffen. Da hier meist etwas höhere Einkommen vorliegen, würde durch die prozentuale Erhöhung hier auch mehr Einkommen fehlen, so dass letztenendes all die Personen durch das Gesundheitssystem Schaden nehmen würden, die mühevoll Monat für Monat hart für ihr Einkommen kämpfen müssten. Doch auch die Arbeitgebervertreter ließen kein gutes Haar am Vorschlag der Bundesregierung – schließlich soll der Beitragsanstieg zu gleichen Teilen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber verteilt werden, was vor allem für mittelständische Betriebe eine extreme Zusatzbelastung in den Betriebsausgaben bedeuten würde. Die langsam wieder in Schwung kommende Konjunktur des Mittelstands würde so auf unnötige Weise wieder gebremst.
Private Krankenversicherung sieht Chancen durch die Beitragserhöhung
Mit Kritik hat sich die Seite der Privaten Krankenversicherung aktuell zurückgehalten, da sie auf lange Sicht gesehen von einer Anhebung der gesetzlichen Beiträge profitieren könnte. Für viele freiwillig Versicherte dürfte sich durch diesen weiteren Anstieg der Beiträge schließlich die Frage stellen, ob sie weiterhin in der GKV bleiben möchten oder sich nicht doch lieber für einen günstigen, privaten Tarif entscheiden, der in vielen Fällen sogar deutlich leistungsstärker als die angebotenen Tarife der gesetzlichen Krankenkassen sind.
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