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Hamburg - Dienstag, 17.08.2010Pharma-Sparpaket von Bundesregierung auf den Weg gebracht
Zwei Milliarden jährlich Ersparnis für die Krankenversicherer erwartet
Das Thema Gesundheitsreform wird aktuell immer noch heiß diskutiert und auch durch die Ankündigung, ein vernünftiges Konzept erst im Jahr 2011 umsetzen zu wollen, ebbt die Diskussion um dieses nicht ab. In einem anderen Sektor hat die schwarzgelbe Bundesregierung jedoch nun Nägel mit Köpfen gemacht und einen ersten Beitrag dafür geleistet, dass sich der gesamte Sektor der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung auf Einsparungen von bis zu zwei Milliarden Euro im Jahr freuen. Die Rede ist vom sogenannten Pharmasparpaket, welches in seinem Grundzustand dem Bundestag vorliegt, im Herbst verabschiedet werden soll und vor allem Pharmakonzerne dazu bringen soll, ihre Medikamente zu günstigeren Preisen anzubieten, da sonst die Abnahme durch den Handel verweigert werden kann.Neue Medikamente mit nachweisbarem Nutzen
Konkret werden die Pharmaunternehmen durch den Gesetzentwurf, der am 1. Januar 2011 in Kraft treten soll, zu einer besseren Aufklärung über neue Produkte sowie den Nachweis ihrer Leistung gezwungen werden. Die Bundesregierung möchte hierdurch vor allem die Entwicklung im Pharmabereich bremsen, regelmäßig neue Präparate zu teuren Einführungspreisen auf den Markt zu bringen, für die jedoch bereits vergleichbare Medikamente mit ähnlichen Wirkstoffen vorliegen und durch den Markt vertrieben werden. Eine Zulassung kann ein neues Medikament fortan also nur noch erwarten, sofern klar nachweisbar eine Verbesserung vorliegt, die bislang noch keine Arznei des Marktes bieten kann. Ein Vorteil, der sich natürlich auch finanziell bei der gesetzlichen bzw. privaten Krankenversicherung bemerkbar macht, die bislang noch für immer wieder neue Medikamente ohne einen deutlich besseren Nutzen teure Zuschüsse zahlen mussten.
Medikamente auch für die Private Krankenversicherung riesiger Kostenfaktor
Die Bundesregierung reagiert mit dem Gesetzesentwurf damit auf eine Entwicklung, die sich gerade auch in der PKV als extrem hoher Kostenfaktor entwickelt hat. Bundesweit werden jährlich mehr als 32 Milliarden Euro für Medikamente ausgegeben, die längst zum größten Kostenfaktor der Gesundheitskassen und Versicherer geworden sind und somit der größte Risikofaktor sind, um die Finanzierung des Gesundheitssystems aus den Fugen zu bringen. Das neue Gesetz soll genau dieser Entwicklung Einhalt gebieten – eine Tatsache, die auch von den Vertretern der Privaten Krankenversicherung klar begrüßt wurde.
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