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Hamburg - Mittwoch, 11.08.2010

Finanzaufsicht fordert größere Kostentransparenz von DKV und anderen Versicherern

Kaum ein Versicherer mit klar erkennbarem Kostenaufbau auf dem Markt

Wer als Versicherter Mitglied in der Privaten Krankenversicherung ist, hat ein natürliches Interesse daran, dass mit seinen monatlichen Beiträge möglichst sinnvoll gehaushaltet wird. Die wesentlichen Kennquoten, wie mit den Einnahmen eines privaten Versicherers umgegangen wird, sind zwar auf Nachfrage problemlos jedem Versicherungskonzern zu entnehmen – der genaue Einsatz aller vom Versicherer erzielten Einnahmen liegen jedoch nicht so offen vor und lassen so viel Raum für Spekulationen, was aus den Beiträgen eigentlich gemacht wird. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat diesen Punkt nun konkret bei der Privaten Krankenversicherung DKV angemeckert, jedoch auch betont, dass dieses Problem vor nahezu keinem Unternehmen der Branche haltmacht.

Neues Versicherungsvertragsgesetz bislang nur rudimentär von der PKV umgesetzt

Basis für die Beschwerde der BaFin stellt das im Jahr 2008 verabschiedete Versicherungsvertragsgesetzt dar, welches mehr Transparenz von allen Unternehmen der PKV im Bereich Kosten verlangt und gegenüber dem Staat wie auch den einzelnen Versicherten deutlich mehr Klarheit schaffen soll, wofür genau die eingezahlten Beiträge eingesetzt werden. Da nicht nur in der gesetzlichen Krankenkasse, sondern auch bei einzelnen Unternehmen der Privaten Krankenversicherung von finanziellen Engpässen gesprochen wird, die lediglich durch die Anhebung des Beitrages für alle Versicherten ausgeglichen werden können, liegt es natürlich im öffentlichen Interesse, das genaue Haushalten es entsprechenden Versicherers unter die Lupe zu nehmen. Beispielsweise spielt die Verwaltungsquote mit ein, also der Anteil an Kosten in den fortführenden Geschäften des Versicherers, die ebenfalls durch die Beiträge der Versicherten gezahlt werden. Ausgaben, worunter beispielsweise auch die Jahresgehälter des Vorstandes einer privaten Krankenversicherung gezahlt werden.

Schadensregulierung der Privaten Krankenversicherung meist ebenfalls nicht transparent

Für die meisten Versicherten spielt die Anfrage der Finanzaufsicht keine große Rolle, da sie sich alleine für ein möglichst großes Leistungsspektrum zu einem angemessenen, monatlichen Beitrag interessieren. Ob jedoch mit baldigen Anstiegen des Beitrages zu rechnen ist, liegt schon eher im Interesse eines jeden Versicherten. Wesentliche Kenngröße ist hier, wie viel der Versicherer explizit für die Schadensregulierung ausgibt und ob es mögliche Kooperationen mit Pharmaunternehmen und Ärzten gibt – ein Punkt, der ebenfalls dem Versicherer mehr Transparenz abverlangen sollte.