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Hamburg - Mittwoch, 11.08.2010Verschreibungspflicht von Paracetamol zeigt medizinisch gewünschten Effekt
Geringere Zahl an Selbsttötungen bereits ein Jahr nach Verschreibungspflicht erkennbar
Wer mit einer leichten Grippe oder fibrigen Beschwerden zu kämpfen hat, dürfte in der Vergangenheit gerne zum Wirkstoff Paracetamol gegriffen haben, der über viele Jahre hinweg in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern nicht verschreibungspflichtig war. Dies hat sich seit dem Jahr 2009 jedoch geändert, da ein großer Anstieg von Selbsttötungen der Statistik zu entnehmen war, die allesamt durch eine Überdosis des entsprechenden Wirtstoffs herbeigeführt wurden. Nach gut einem Jahr, wo Präparate mit dem Wirkstoff bei einer Dosierung von mehr als 10 Gramm unter die Verschreibungspflicht genommen wurden, zieht der Gesetzgeber ein positives Fazit aus dieser Entscheidung.Selbstbehandlung mit dem Wirkstoff auch noch in geringen Dosen möglich
Da es sich bei Paracetamol um einen beliebten Wirkstoff handelt, der in niedriger Dosierung kleinere Infekte optimal bekämpft und aufgrund seiner Zusammensetzung auch nicht zwingend unter die Verschreibungspflicht fallen dürfte, hat der Gesetzgeber keine generelle Pflicht zur Verschreibung von Paracetamol eingeführt. In geringen Dosen ist das Medikament also weiterhin in Apotheken erhältlich, wobei auch hier eine Überbehandlung mit dem Medikament zwar zu erheblichen Nebenwirkungen führen kann, jedoch nicht für einen Versuch zur Selbsttötung geeignet ist. Im Vergleich zum europäischen Ausland hatte die damalige Bundesregierung einen politischen Alleingang mit der Verschreibungspflicht gewagt, der sich jedoch nach zwölf Monaten schon als Erfolg herausstellen konnte. In der Tat konnten die Versuche sowie die geglückten Selbsttötungen auf Basis des Wirkstoffs erheblich durch die Verschreibungspflicht reduziert werden.
Arztbesuch in vielen Fällen dennoch ratsam
Auch wenn von vielen Patienten der Wirkstoff Paracetamol als Wunderwaffe gegen jede Form von Infekt und Entzündungen angesehen wird, empfiehlt sich dennoch bei lang anhaltenden Beschwerden ein Besuch beim Arzt. Gerade wer Paracetamol auch in einer geringen Dosis über einen längeren Zeitraum einnimmt, riskiert hierdurch eine Vielzahl von Nebenwirkungen sowie eventuelle Langzeitschäden. Die Selbstbehandlung ist also möglich, sollte jedoch nach wenigen Tagen zu Gunsten eines Besuches beim Arzt abgebrochen werden. In diesem Fall ist es bei einer ernsthaften Erkrankung auch wahrscheinlich, dass der Arzt eine höher dosierte Form des Wirtstoffs verschreibt und so die Gesundung entsprechend der vorliegenden Symptome wahrscheinlicher wird.
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