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Hamburg - Mittwoch, 11.08.2010

Auswirkungen von zu viel oder zu wenig Schlaf für die Gesundheit ausgiebig belegt

Universität in Warwick liefert teilweise überraschende Ergebnisse

Dass das eigene Schlafverhalten Auswirkungen auf die eigenen Gesundheit hat, dürfte hinlänglich bekannt sein. Wie genau sich das eigene Verhalten jedoch auf die Gesundheit auswirken kann, hat nun eine weit angelegte Studie der University of Warwick unter der Leitung des Schlafforschers Francesco Capucchio belebt – und dabei teilweise sehr überraschende Ergebnisse zu Tage gebracht. Entscheidenste Erkenntnis für alle Menschen sollte dabei sein, sich in jeder Nacht einen optimalen Schlafrahmen von sechs bis acht Stunden zu können. Eine Abweichung nach oben oder unten kann nachweislich zu einer erheblichen Verkürzung der Lebenszeit führen, unabhängig davon, ob der eigene Lebensstil mit Schlafmangel oder Schlafüberschuss noch einige, zusätzliche Gefahren für die eigene Gesundheit mit sich brächte.

Ungesunder Lebensstil gefährdet die Gesundheit bei Schlafmangel zudem

Den Forschern war bei der Studie wichtig, nicht nur die Auswirkungen des Schlafverhaltens alleine zu testen, sondern beispielsweise auch andere Faktor des Lebens mit einzubeziehen, die eng an das Schlafverhalten gekoppelt sind. Entscheidende Erkenntnis für alle Untersuchten, die häufiger das empfohlene Mindestmaß von sechs Stunden Schlaf pro Nacht unterschritten, war die eher ungesunde bis schädliche Lebensführung, die bei vielen der untersuchten Patienten vorlag. Viele von ihnen versuchten beispielsweise, ihren Mangel an Schlaf durch übermäßigen Nikotinkonsum, Kaffeekonsum oder die Einnahme von Medikamenten zu überbrücken, um so die gewünschte Energie für ihren Alltag zu erhalten. Allesamt Faktoren, die sich je nach Veranlagung auf lange Sicht gesehen negativ auf die Gesundheit ausüben und neben einer kürzeren Lebensdauer auch das Risiko anderer Erkrankungen merklich erhöhen.

Zuviel Schlaf für die eigenen Gesundheit ebenso riskant


Die größte Überraschung dürfte hingegen das Ergebnis sein, dass die feststellbare Lebenszeitverkürzung auch für Menschen gilt, die häufig deutlich länger als die empfohlenen acht Stunden schlafen. Zwar würde ein ausgeschlafener Mensch deutlich weniger Symptome oder Risiken für Erkrankungen zeigen als Kurzschläfer, da hier das Immunsystem genügend Zeit hätte sich zu regenerieren. Was alleine den Faktor Lebenszeit anbetrifft, ist ein zu langes Schlafen jedoch noch deutlich schlechter als das zu wenige Schlafen – eine Tatsache, die die Forscher selbst überraschte und bei der nun durch intensive Nachforschungen die Gründe erforscht werden sollen.