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Hamburg - Mittwoch, 11.08.2010Henkel macht Ablehnung der Kopfpauschale in der PKV noch einmal deutlich
Konzept einer verpflichtenden Zusatzversicherung im Bereich Pflege begrüßt
Die Liste der Kritiker einer Kopfpauschale ist lang und reicht von den Parteien der Opposition bis hin zu diversen Gewerkschaften. Nun hat diese Kritik an einem pauschalen Beitragssatz für alle Versicherten bei einer gesetzlichen Krankenkasse unabhängig vom Einkommen noch eine weitere Stimme erhalten – den Verbandschef der Privaten Krankenversicherung in Deutschland, Weber. In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung machte Weber noch einmal deutlich, dass eine Umstellung des Konzepts nicht nur finanziell als Desaster für den Sektor Private Krankenversicherung enden könnte, sondern auch die akuelle Finanzierung des Systems gefährden könnte, in dem sich momentan privat Versicherte befinden.Finanzierung der Privaten Krankenversicherung durch Kopfpauschale gefährdet
In kurzen Worten erklärte Weber das Risiko, das in der Umstellung des Systems hin zur Kopfpauschale liegt: Würden alle Erwerbstätigen den gleichen Monatssatz für ihre gesundheitliche Vorsorge zahlen müssen, könnten hiervon vor allem einkommensstarke Haushalte profitieren, denen monatlich weniger vom Einkommen abgezogen würde. Für diesen Personenkreis würde ein Wechsel in die Private Krankenversicherung weniger reizvoll, da aktuell gerade für viele jüngere Arbeitnehmer der finanzielle Vorteil eines der Hauptargumente ist, um in den Schutz der Privaten Krankenversicherung zu wechseln. Doch auch unabhängig vom finanziellen Aspekt würden viele Versicherte aufhören, sich um die Leistungskriterien zu kümmern und festzustellen, dass in der PKV hochwertigere Leistungen für einen dann etwas höheren Monatsbeitrag zu erhalten wären. Bei vielen Versicherten dürfte sich an dieser Stelle leider nicht der Leistungsaspekt durchsetzen, sondern zu Gunsten eines möglich günstigen Monatsbeitrags alleine dieses finanzielle Argument zählen. Eine Entscheidung, die auch die aktuelle Finanzierung im Sektor PKV gefährden können, vor allem wenn es noch zur Abwanderung von privat Versicherten zurück in die gesetzliche Krankenversicherung käme.
Private Pflegeversicherung als neues Tätigkeitsfeld für die PKV
Positiv steht Weber den Gedankenspielen der Bundesregierung gegenüber, neben der gesetzlichen Pflegeversicherung auch eine zwingende private Absicherung im Pflegebereich vorzuschreiben. Ein für die privaten Versicherer mit Sicherheit reizvolles Geschäft, wobei der einzelne Bürger diesen Plänen sicherlich etwas kritischer gegenübersteht, da es für jeden Haushalt eine zusätzliche Belastung darstellen dürfte, die auf der anderen Seite eine sinnvolle Investition darstellt.
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