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Hamburg - Dienstag, 10.08.2010Stiftung Warentest bescheinigt Apotheken schlechte Beratung
Nur sieben von fünfzig Apotheken erhalten des Testurteil „gut“
Jeder Versicherte dürfte den berühmten Werbespruch „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ kennen. Das hinter diesem Spruch leider meist nur eine gute Absicht liegt, hat eine aktuelle Studie der Stiftung Warentest unter Beweis gestellt. In dieser Studie wurden insgesamt fünfzig Apotheken vor Ort bzw. als Versandapotheken streng unter die Lupe genommen und bzw. ihrer Beratungsleistungen getestet. Das Ergebnis der Untersuchung fällt recht ernüchternd aus: Gerade einmal sieben der fünfzig untersuchten Apotheken konnten das Testurteil „gut“ erzielen, teilweise lagen die Ergebnisse vor allem in der Beratung und der Erkennung möglicher Risiken bei der Einnahme von Medikamenten weit unter dem Wert, den man als adäquate gute Beratung bezeichnen könnte.Fehlende Beratung vor allem bei Versandapotheken eklatant
Besonders streng ging die Stiftung Warentest dabei mit nahezu allen Versandapotheken ins Gericht, bei denen eine kompetente Beratung im Regelfall gar nicht erst stattfindet. Zwar ist es bei den meisten von ihnen möglich, sich per Telefon oder E-Mail über mögliche Risiken zu informieren, dennoch fallen die Antworten sehr knapp und meist ohne große Bedenken aus – sofern sie dem Fragenden per E-Mail überhaupt zugestellt werden. Doch auch bei herkömmlichen Apotheken ohne Versand waren in vielen Fällen eklatante Schwächen in der Beratung erkennbar. Selbst bei der zeitgleichen Bestellung zweier Medikamente, die nachgewiesenermaßen Wechselwirkungen zeigen und somit nicht zeitgleich eingenommen werden dürfen, viel nur den wenigsten Apothekern dieses Risiko auf. Im Regelfall blieb auch die Nachfrage beim Ankauf eines verschreibungspflichtigen Medikamentes aus, ob andere Medikamente eingenommen würden, mit denen es möglicherweise zu Nebenwirkungen kommen könnte.
Private Krankenversicherung bemängelt falschen Umgang mit Medikamenten
Noch unabhängig vom Urteil der Stiftung Warentest bemängeln Vertreter der Privaten Krankenversicherungen ebenso wie die der gesetzlichen Krankenkassen einen oftmals fahrlässigen Umgang der Versicherten mit Medikamenten. Gerade was Wechselwirkungen angeht, würden diese oftmal von den Patienten unterschätzt und sich neue Symptome und Krankheitsbilder entwickeln, die wiederum durch neue Medikamente bekämpft werden. Umso erklärlicher ist es, dass sich die Ausgaben für Medikamente mittlerweile als wesentliche Säule im Ausgabenkatalog der PKV gemausert haben, so dass hier offen über einen Kostenstopp nachgedacht wird.
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