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Hamburg - Montag, 09.08.2010Rösler stellt Schaffung neuer Studienplätze für Ärzte in Aussicht
Ärztepakt zwischen Bund und Ländern in Planung
In den letzten Jahren hat sich der Mangel an fachlich gut ausgebildeten Ärzten in der Bundesrepublik Deutschland zunehmend verschärft. Kein Wunder, dass Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) die Thematik nach einer halben Jahr Amtszeit ebenfalls für sich entdeckt hat und bereits Besserung versprach. Beim Fernsehsender Phoenix deutete Rösler an, dass in naher Zukunft mehr als 1.000 neue Studienplätze für Ärzte in allen Fachrichtungen geschaffen werden sollen, um so aktiv gegen den Ärztemangel vorzugehen und mehr jungen Menschen die Chance zu eröffnen, diesen Beruf zu ergreifen. Möglich werden soll dies durch einen Pakt zwischen Bund und Ländern, wodurch die Finanzierung dieses Vorhabens auch gleichmäßig auf verschiedene Schultern der öffentlichen Hand verteilt werden sollen.Empathie vor Notendurchschnitt als neues Kriterium
Der häufigste Grund, warum Studenten nicht zeitnah für ein Studium im Bereich Medizin zugelassen werden, sei die oftmals zu schlechte Abiturnote, da im Regelfall immer noch ein recht hoher Numerus Clausus für den Zugang zu diesem Studium angelegt wird. Rösler kritistiert die NC-Regelung nicht wortwörtlich, möchte jedoch auch andere, fachliche Qualitäten in den Vordergrund bringen, um es auch Abiturienten mit einem schlechten Durchschnitt in den Noten zu ermöglichen, das Fach Medizin zu studieren. Vielmehr sollen fachliche Gespräche im Vorfeld eines Studiengang hervorbringen, ob eine Person charakterlich geeignet für dieses Studium ist – eine Tatsache, die alleine an einem hervorragenden Notendurchschnitt kaum erkannt werden kann und somit auch schnell im Studium der Medizin untergeht.
Problematik mit fehlenden Ärzten in ländlichen Bereichen bleibt
Neben der Anregung zur Schaffung neuer Arbeitsplätze betonte Rösler im Interview noch einmal die Bestrebung, angehenden Ärzten einen finanziellen Anreiz im Studium zu schaffen, sofern sie sich vorab für eine Region entscheiden, in welcher sie später praktizieren möchten. Gerade aus ländlichen Bereichen ziehen Ärzte zunehmend weg in Richtung Großstadt, so dass mittlerweile politischer Handlungsbedarf gesehen wird, um einzelne Regionen in ihrer Versorgung nicht gänzlich ausdünnen zu lassen. Welche konkreten Formen dies haben könnte und ob beispielsweise ein Erlass der Studiengebühren hierfür ausreicht, ist politisch jedoch auch innerparteilich noch nicht geklärt. Die Zuschüsse für die Schaffung neuer Stellen hängt nach den Aussagen Rösler jedoch alleine von einem Ja der Bundesländer ab, um diesen Plan mit dem Bund zusammen zu realisieren.
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