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Hamburg - Montag, 09.08.2010

Studie liefert konkrete Zahlen für mögliche Pauschalbeiträge in der GKV

Betrag von 29 Euro schon in sechs Jahren nicht mehr ausreichend

Nachdem die umfassende Kopfpauschale für alle Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung mittlerweile vom Tisch ist, wird heiß über die Einführung eines anderen Pauschalbetrages verhandelt. Dieser soll zum bisherigen Beitragssatz zusätzlich gezahlt werden und unabhängig vom Einkommen von jedem Versicherten in der GKV entrichtet werden. Unter der Leitung vom IGKE wurde nun im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes eine Studie belegt, die konkret an einem Rechenmodell simulieren soll, was beispielsweise bei der Einführung einer Pauschale von 29 Euro geschehen würde – ein Betrag, den Gesundheitsminister Rösler im Rahmen der ersten Expertenrunde in die Diskussion brachte. Die Studie kommt hierbei zu einem nüchternen Ergebnis, was das Potenzial eines Zusatzbeitrages in dieser Höhe bringen würde.

Zusatzbeiträge ab 2016 in der gesetzlichen Krankenversicherung unumgänglich


Für die Auswertung der Studie wurden verschiedene Szenarien durchgespielt, wie die Kostenentwicklung in der GKV in den nächsten Jahren aussehen könnte. Selbst bei einem Rechenmodell, wo nicht einmal von größeren Kostensteigungen im Gesundheitswesen ausgegangen wird – die dennoch in der Wirklichkeit in den nächsten Jahren wahrscheinlich sind – würde ein Zusatzbeitrag in der Höhe von 29 Euro gerade einmal bis zum Jahr 2016 reichen, um die Gesundheitskassen auf denselben Stand wie zur heutigen Zeit zu bringen. Von diesem Zeitpunkt an müssten wieder aufs Neue Alternativen zur Finanzierung des Gesundheitssystems überlegt werden, die ebenfalls nur über weitere, erhöhte Beiträge zu finanzieren wären. Hochgerechnet müsste der Zusatzbeitrag bis zu 100 Euro im Monat ansteigen, um die Kosten bis zum Jahr 2030 auffedern zu können – und auch dies ist lediglich eine Lösung, die die nächsten beiden Jahrzehnte Stand halten würde.

Entlastung der Besserverdienenden kritisiert

Besonder kritisch geht die Studie mit der Entlastung von Besserverdienenden um, die durch einen Pauschalbetrag von 29 Euro deutlich weniger belastet würden als Haushalte mit geringem Einkommen. Tendenziell spricht sich die Studie zu Erhaltung eines möglichst umfassenden Gesundheitssystems deshalb eher für die Kopplung der Beiträge an das Einkommen aus, die bislang auch vorherrschte und gerade Besserverdienende noch stärker in die Pflicht nehmen sollte, ihren Beitrag zum Erhalt eines solidarischen Gesundheitssystems zu leisten.