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Hamburg - Sonntag, 08.08.2010Rösler plant Vorteile bei Studienaufnahme für zukünftige Landärzte
Abschaffung des Numerus Clausus für entsprechende Ärzte denkbar
Ein seit wenigen Jahren immer deutlicher werdendes Problem im Versorgungsbereich durch Ärzte hat nun auch die Politik erreicht, die eigene Lösungsansätze für dieses Problem sucht. Konkret betroffen sind bei der Thematik vor allem ländliche und dünn besiedelte Regionen Deutschlands, in denen es bereits heute schon ein Ärztemangel spürbar ist. Ein Mangel, der sich in naher Zukunft nach verschärfen dürfte, da immer mehr Ärzte nach Abschluss ihres Studiums in die Großstädte streben, wo sie vermeintlich mehr potenzielle Patienten vorfinden können. Die Rückseite der Medaille ist die fehlende Bereitschaft, seine Dienstleistung in Regionen ohne großes Einzugsgebiet zu leisten. Doch hierfür wird die Politik möglicherweise in naher Zukunft Anreize schaffen.Kleine Verpflichtung für ein schnelleres Studium
Im Zuge der Diskussionen hat Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler einen Vorschlag gemacht, der das Problem im Ansatz lösen sollte. Angehende Mediziner sollen sich bereits vor Aufnahme ihres Studiums dazu bereiterklären, nach erfolgreichem Studium ihre Praxis in einem ländlichen Gebiet zu eröffnen und so dem Ärztemangel in den entsprechenden Regionen vorzubeugen. Als Gegenleistung könnten entsprechenden Studierenden Vergünstigungen geboten werden, von denen die schnelle Aufnahme des Studiums ohne Beachtung eines hohen Numerus Clausus oder der regelmäßige Erlass von Studiengebühren zwei Optionen wären. Beschlossen ist in dieser Hinsicht noch nichts, vielmehr sollen derartige Vorschläge als Anregungen verstanden werden, mögliche Vergünstigungen zu diskutieren und so ausgebildete Ärzte wieder in die entsprechenden Regionen zu locken.
Opposition kritisiert Vorschläge als realitätsfremd
Politiker der Opposition haben sich bereits zu den Vorschlägen Röslers geäußert und diese als realitätsfern tituliert. In einer heutigen Zeit sei es nicht nur für junge Menschen unmittelbar nach der Schulausbildung umzusetzen, einen Lebensweg über Jahre und Jahrzehnte vorauszuplanen und ihnen somit fest aufzuerlegen, in welchem sozialen und geographischen Umfeld sie nach ihrem Studium frei zu arbeiten hätten. Weiterhin stellt sich für die Opposition als fraglich heraus, ob derartige Vorschläge mit den Freiheiten der Berufswahl und der Mobilität in Einklang zu bringen sind, da ein ausgebildeter Arzt sowohl in seinem Fachgebiet wie auch in seinem lokalen Wirkungskreis durch die Verpflichtung erheblich eingeschränkt sein würde.
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