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Hamburg - Sonntag, 08.08.2010Reform der Arzneimittelpreise kommt möglicherweise schon im August
Druck auf Pharmakonzerne soll schnell ausgeübt werden
Vorletzte Woche überraschte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler vor allem mit der Schnelligkeit, mit welcher er einen Gesetzesentwurf zur Neuordnung der Arzneimittelpreise und zur Zulassung neuer Medikamente auf dem Markt hervorbrachte. Und ähnlich schnell wie dieser Vorschlag ans Licht der Öffentlichkeit kam, soll nun auch seine Umsetzung erfolgen. Politischen Bestrebungen zu Folge soll bereits im August 2010 die Neuregelung in Kraft treten, durch die vor allem für die Pharmakonzerne einige Änderungen entstehen, die letztlich jedoch auch dem einzelnen Patienten bei der Bezahlung seiner Medikamente Vorteile entstehen könnten.Neuregelung bei Zulassung von Medikamenten
Vor allem wer als Pharmakonzern neue Medikamente auf den Markt bringen möchte, dürfte sich ab August dieses Jahres mit deutlich größeren Schwierigkeiten auseinandersetzen müssen. Wesentlich ist mittlerweile vor allem der sogenannte Zusatznutzen, den man als Konzern zunächst nachweisen muss, um vor allem durch die gesetzliche Krankenversicherung eine vollkommene Erstattung des Preises für das Arzneimittel erreichen zu können. Ist ein solcher Zusatznutzen eines neu auf den Markt gebrachten Medikamentes nicht nachweisbar, muss eine gesetzliche Krankenkasse und auch ein Unternehmen der Privaten Krankenversicherung nicht zwingend für den Vollpreis des Medikamentes aufkommen, so dass dieses anteilig aus der eigenen Tasche des Patienten bezahlt werden müsste – ein Wettbewerbsnachteil, der das serienmäßige Platzierung auf dem Markt eher behindern dürfte.
Opposition und Private Krankenversicherung kritisieren vorschnelles Handeln
Politiker alle oppositionellen Parteien wie auch einzelne Vertreter der Privaten Krankenversicherung haben sich bereits kritisch über die vorschnelle Umsetzung des neuen Gesetzes ausgesprochen, dessen wirklicher Nutzen für keine dieser Seiten wirklich erkennbar ist. Häufig kritisiert wurde vor allem erneut das Klienteldenken, welches dem von der FDP geführten Gesundheitsministerium wieder einmal anhaftet und welches sich trotz der intensiven Abwendung von Interessen der Pharmaindustrie herauszukristalisieren scheint. Inwieweit sich weitere Interessen einzelner Lobbyisten durchsetzen werden, dürfte in den Augen der Opposition vor allen die anstehenden Gespräche rund um die erneute Gesundheitsreform zeigen, die ab 2011 auf alle Versicherten der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung zukommen wird.
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