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Hamburg - Samstag, 07.08.2010250.000 Versicherte nach Erhebung von Zusatzbeiträgen gewechselt
Krankenkassen müssen größeres Minus für laufendes Geschäftsjahr einkalkulieren
Was eigentlich zu einer Stabilisierung der eigenen Finanzlage führen sollte, dürfte sich mittlerweile als klassisches Eigentor herausgestellt haben. So ist zumindest das Ergebnis, seitdem vor einigen Monaten acht Unternehmen der gesetzlichen Krankenkassen (unter ihnen als größte die DAK) angekündigt hatten, zur Stabilisierung der eigenen finanziellen Situation Zusatzbeiträge von all ihren Versicherten zu erheben. Da mittlerweile das auslaufende Quartal in der gesetzlichen Krankenkasse die Möglichkeit zu einem Wechsel der Versicherungsgesellschaft ermöglicht, lässt sich der Schaden für die einzelnen Versicherer nun auch numerisch benennen: 250.000 Versichert haben von ihrem Recht Gebrauch gemacht, den Versicherungsschutz zu kündigen und stattdessen bei einer anderen Krankenkasse oder in der Privaten Krankenversicherung unterzukommen.Erhöhung von Beiträgen unvermeidlich
Dabei stellte die Erhöhung des monatlichen Beitrages um zusätzliche acht Euro für eine Krankenkasse einen wesentlichen Schritt dar, der nicht nur rechtlich möglich sondern seit dem 1. Januar 2009 auch vorgeschrieben ist. Hierbei ist eine gesetzliche Krankenkasse zur Erhebung von Zusatzbeiträgen verpflichtet, sobald das Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich arbeitet, sprich die Kosten für Behandlungen oder Medikamente die Einnahmen durch die Beiträge der Versicherten übersteigen. In dieser Hinsicht bemängeln auch Leiter der führenden Krankenkassen den allzu schnellen Wechselwillen ihrer Versicherter. Schließlich könnte niemand in Zeiten der immer stärker wachsenden Ausgaben im Gesundheitswesen garantieren, dass nicht auch der neu gewählte Versicherer sehr schnell dazu gezwungen wäre, Zusatzbeiträge zu erheben und auf diese Weise die eigene Wirtschaftlichkeit sicherzustellen.
Wechsel in die Private Krankenversicherung als Alternative prüfen
Viele Versicherte sind vor allem deshalb über die Zusatzbeiträge erbost, da sie im Umkehrschluss auch mit zunehmender Beschränkungen der versicherten Leistungen zu rechnen haben. In diesem Fall empfiehlt es sich in jedem Fall, die Voraussetzungen für einen möglichen Wechsel in die Private Krankenversicherung zu prüfen. Auch wenn hier natürlich monatliche Beiträge anfallen, die sich an der individuellen Lebenssituation und Krankheitsgeschichte orientieren, dürfte vor allem im Leistungsbereich das Angebot vieler Unternehmen der Privaten Krankenversicherung stärker überzeugen als die aktuelle Situation bei vielen gesetzlichen Krankenkassen.
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