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Hamburg - Samstag, 07.08.2010

Gesetzliche Gesundheitsvorsorge erstmalig in den USA eingeführt

Private Vorsorge erhält eine Alternative in den Staaten

Was vielen seiner Amtsvorgänger nicht gelungen ist, konnte Barack Obama nach gut eineinhalb Jahren Präsidentschaft noch durch alle Instanzen des amerikanischen Poliksystems durchbringen. Fortan existiert eine gesetzliche Krankenversicherung, die es jedem Bürger der Vereinigten Staaten möglich macht, die eigenen gesundheitlichen Risiken abzusichern und im Krankheitsfall nicht mehr alleine aus der eigenen Geldbörse ihre Behandlungen und Medikamente zu zahlen. Das Fehlen einer solchen, staatlichen Instanz ist in Deutschland nur schwer vorstellbar, wo die gesetzlichen Krankenkassen neben der Privaten Krankenversicherung als wesentliche Säule zur Sicherung des Gesundheitssystem kaum fortzudenken ist.

Private Krankenversicherung fürchten keinen Schwund von Kunden

Relativ gelassen haben sich die Unternehmen des privaten Bereiches zur Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung geäußert. Abwandernde Kunden fürchten sie kaum, die nun ihre privaten Verträge kündigen und stattdessen lieber ihre Absicherung über die gesetzliche Krankenversicherung übernehmen möchten. Dies hat vor allem zwei Gründe: Erstens ist das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung in den Staaten eher im geringen Spektrum an Kostenerstattung anzusetzen, so dass Bürger, die sich eine umfassende und komfortable Absicherung ihrer Risiken wünschen, in jedem Fall mit den Angeboten der Privaten Krankenversicherung besser versorgt sind. Zum anderen richtet sich das neue, gesetzliche System vor allem an Millionen von Bürgern, die meist aus Kostengründen nicht in der Lage waren, einen Tarif der Privaten Krankenversicherer zu wählen und somit gänzlich ohne einen Versicherungsschutz dastanden. Dieser Teil der Bevölkerung wäre in den Augen der Versicherer auch ohne Einführung des gesetzlichen Gesundheitssystems in absehbarer Zeit nicht in die Private Krankenversicherung gewechselt.

Politische Diskussionen halten an


Auch wenn die Einführung eines gesetzlichen Gesundheitssystems in den USA nun beschlossene Sache ist, gehen die Diskussion über diese Thema ungebremst weiter. Vor allem ein Großteil der Republikaner hält das staatliche Gesundheitssystems geradezu für ein kommunistisches Werkzeug, mit dem Bürger stärker in die Abhängigkeit zum Staat gebracht werden. Viele Millionen Amerikaner, die nun in der Lage sind sich einen abgemessenen Schutz ihrer Gesundheit zu leisten, dürften dies möglicherweise etwas anders sehen.