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Hamburg - Samstag, 07.08.2010

Ärzte sehen Private Krankenversicherung im Alter kritisch

Geringer Wettbewerb für zur sinkenden Leistungen im Alter

In einer ungewohnten Härte haben sich Ärztevertreter aktuell zu Wort gemeldet, um das System der Privaten Krankenversicherung vor allem im Bezug auf die Versorgung von alten und chronisch kranken Patienten zu kritisieren. Indirekt wurde vor allem der Sicherheitsfaktor kritisiert, der zwar auf dem Papier durch die Finanzdecke für jeden Patienten im Laufe der Jahre angespart wird, letztlich im Alter aber gar nicht die Kosten auffangen kann, die wirklich für einen einzelnen Patienten in den höheren Lebensjahren oder beim Erleiden von chronischen Erkrankungen entstehen. Während die Private Krankenversicherung vor allem von jungen und gesunden Patienten profitieren würde und sie mit niedrigen Beiträgen vom Modell der Privaten Krankenversicherung überzeugen könnten, würde es im Alter oder bei häufigen Erkrankungen schnell zu einem bösen Erwachen kommen.

Private Krankenversicherung in den nächsten Jahren noch stärker gefordert

Vertreter der PKV wiesen mittlerweile auf die struktuellen Änderungen hin, die aktuell im Versicherungsbereich eintreten und die auch die gesamte Branche in den nächsten Jahren erheblich beeinflussen dürften. Denn genau an dieser Stelle setzt auch der entscheidende Kritikpunkt an, den Ärztevertreter den privaten Versicherern vorwerfen: Letztlich würde es auf dem Markt zu wenig Wettbewerb geben und Kunden dauerhaft an ein Unternehmen gebunden werden. Doch genau diesen Missstand hat die Bundesregierung bereits zum 1. Januat 2010 aus der Welt geschafft. Wer sich von diesem Zeitpunkt an in der Privaten Krankenversicherung versichert, hat ein Anrecht darauf seine über Monate und Jahre erworbenen Anwartschaften mitzunehmen. Der Wechsel zu einem Anbieter wird so also noch leichter möglich und stellt im Vergleich zur früheren Regelung keinen finanziellen Nachteil mehr da.

Vertreter der Krankenversicherung bleiben gelassen


Die Kritik am System der PKV wird nicht nur durch führende Vertreter der Branche zurückgewiesen, sondern auch durch einen konstruktiven Vorschlag zur Absenkung der Kosten gerade für alte und chronisch kranke Patienten begleitet. Durch eine Öffnung der Gebührenordnung für Ärzte könnte individueller über die Abrechnung einzelner Behandlungen diskutiert werden, wodurch jeder Patient nur noch das in einem sparsamen Maße abgerechnet bekäme, was er auch wirklich als ärztliche Behandlung in Anspruch nahm. Ein Punkt, der momentan in der PKV für die größten Kosten sorgt und deshalb eine Verhandlung mit den Ärzten dringend notwendig macht.