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Hamburg - Samstag, 07.08.2010Beratung über die neue Gesundheitsreform beginnt mit dem heutigen Tag
Konkrete Ergebnisse erst in wenigen Monaten erwartet
Mit dem heutigen Tag startet eine der wohl wesentlichsten Diskussions- und Ministerrunden, die in den letzten Jahren auf deutscher, politischer Ebene stattgefunden haben. Insgesamt sind es acht Minister und Experten im Bereich Gesundheit, die sich heute unter der Leitung von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) an einen Tisch setzen und über die Ausformung einer neuen Gesundheitsreform beraten. In den letzten Monaten wurde bereits über einzelne Bestandteile und Maßnahmen diskutiert, die im Laufe des Jahres 2011 in Kraft treten sollen und damit das Gesundheitssystem in seinen wesentlichen Grundzügen verändern dürften.Generelle Kopfpauschale Dank Unternehmen der Privaten Krankenversicherung unwahrscheinlich
Auch wenn die Verhandlungen noch nicht begonnen haben, zeichnete sich bereits im Vorfeld ab, das ein wesentlicher Bestandteil der Reform nicht so umgesetzt werden dürfte, wie es der Gesundheitsminister ursprünglich geplant hatte. Die Rede ist von der reinen Kopfpauschale, die einen monatlichen Beitrag aller Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung vorsah, der unabhängig vom jeweiligen Einkommen zu Stande gekommen wäre. Das diese Regelung wohl nicht in seiner reinsten Form umgesetzt wird, ist vor allem der Privaten Krankenversicherung zu verdanken, die selbst stark um Kunden hätte fürchten müssen, wenn diese Regelung eingetreten wäre. Schließlich wäre der Vorteil der günstigen Beiträge, die man als Mitglied in einer Privaten Krankenversicherung genießt, durch den einheitlichen Betragssatz zerstört worden.
Pauschale für alle Versicherten dennoch geplant
Trotz der Ablehnung des obig beschriebenen Modells dürfte dennoch eine Pauschale eine wesentliche Rolle zur Finanzierung des Gesundheitssystems spielen. In der jüngeren Vergangenheit war in dieser Hinsicht ein Pauschalbetrag von 29 Euro in der Diskussion, der auf den bisherigen Monatsbeitrag aufgeschlagen würde, während dieser Grundbetrag weiterhin abhängig vom monatlichen Einkommen bliebe. Eine Regelung, mit der die Privaten Krankenversicherungen leben könnten und auch die gesetzlichen Krankenkassen eine interessanten Spielraum nach oben zur Finanzierung all ihrer Leistungen erhalten würden. Ob dieses Modell zur Gesundheitsfinanzierung sich letztlich durchsetzen wird oder noch andere Varianten von den Experten und Ministern bevorzugt werden, dürfte in wenigen Wochen bzw. Monaten durch das Abschlusspapier der Expertenrunde deutlich werden.
Nachrichten Archiv
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