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Hamburg - Freitag, 06.08.2010

Ärztekammer Westfalen Lippe lehnt Öffnung der Gebührenordnung ab

Kammer sieht Gefahr für einen ruinösen Wettbewerb der Behandlungspreise

In der Diskussion um eine mögliche Öffnung der Gebührenordnung für Ärzte auch im Bereich der Privaten Krankenversicherung hat sich die Ärztekammer Westfalen Lippe nun für die Seite der Ärzte zu Wort gemeldet und den Vorstoß als vernichtendes Instrument im Preiskampf um Behandlungen und Ärztehonorare gewertet. Der Vorschlag, dass System der gesetzlichen Krankenkassen bzgl. der Abrechnung von Leistungen und Behandlungen durch Ärzte aller Art auch auf den Sektor der Privaten Krankenversicherung zu beziehen, würde in Augen der Kammer lediglich zu einem Wettbewerb führen, dessen Opfer nicht nur die Ärzte, sondern letztlich auch die Patienten würden – selbst dann, wenn sie eigentlich als Mitglieder der PKV einen hohen Leistungsstandard erwarten sollten.

Vorstoß der Privaten Krankenversicherung für die Kammer nicht nachvollziehbar

Durch die Einführung eines solchen Systems wurde das Prinzip einer Zwei-Klassen-Medizin, die schon in den letzten Jahren durch die Medien geisterte, würde durch eine Öffnung der Gebührenordnung letztlich nur noch einmal festigen. Dabei bestreitet die Ärztekammer nicht, dass Kosten im Gesundheitssystem gesenkt werden müssten, um auch dauerhaft genügend finanziellen Spielraum für alle Leistungen der Privaten Krankenversicherung und auch der gesetzlichen Krankenkassen aufrecht erhalten zu können. Die Öffnung der GOÄ würde jedoch in den Augen der Ärztekammer eine Preisspirale nach unten in Gang setzen, die sich zwangsläufig mit der Zeit auch auf die gebotenen Leistungen der einzelnen Ärzte auswirken würde. Als Folge würde alle Versicherten der Privaten Krankenversicherer eine Versorgung erwarten, die nicht mehr dem Standard einer Privaten Krankenversicherung entsprechen würde, da hier kaum mehr Behandlungen und Versorgungen in einem höheren Preisbereich durchsetzen dürften.

Verständnis für Private Krankenversicherung gegeben

Trotz aller Kritik äußerte die Ärztekammer Westfalen Lippe auch Verständnis für den Vorstoß der PKV, bezeichnete jedoch die Öffnung der Gebührenordnung als völlig falschen Schritt. Letzendlich würde ein Preisverfall, der durch die Öffnung der Ordnung entstehen würde, vor allem Ärzten im kleineren und mittleren Einkommensbereich ihre Existenzgrundlage rauben, so das schlimmstenfalls mit Praxisschließungen in nicht zu eng besiedelten Regionen die Folge wären. Gerade die Region Westfalen Lippe wäre hierbei durch ihre nicht zu enge Besiedlung stark betroffen, ebenso wie eine große Zahl von anderen Regionen in der Bundesrepublik.