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Hamburg - Donnerstag, 05.08.2010Präsident der Bundesärztekammer fordert Milliardenbetrag
Bis zu 18 Milliarden zur Erhaltung der Qualität notwendig
Dietrich Hoppe, der Präsident der Bundesärztekammer, hat in einem aktuellen Interview die Notwendigkeit seitens des Staates zu tun, mehr in das Gesundheitssystem zu investieren, um den aktuell gegebenen Leistungsstandard auch für die nähere Zukunft konservieren zu können. In Hoppes Augen ist es notwendig, bis zu acht Prozent des Bruttoinlandsprodukt in das Gesamtsystem der bundesdeutschen Gesundheitsvorsorge zu stecken, um so nicht den Bürger mit dauerhaften Kürzungen von Leistungen zu konfrontieren. In Euro umgerechnet würde sich somit Hoppe um einen Anstieg der Gesundheitskosten um 18 Milliarden Euro stark machen.Rationierung von Leistungen als größte Gefahr
Mit der angesprochenen Summe möchte Hoppe das aktuelle Gesundheitssystem nicht ausbauen, sondern lediglich auf dem heutigen Stand halten, damit nicht in naher Zukunft mit einer noch stärkeren Kürzung des Leistungskataloges zu rechnen ist. Diese Kürzung träfen in erster Linie alle Versicherten bei den gesetzlichen Krankenkassen, dürften aber generell zu einem generellen Absinken der gebotenen Leistungen durch Ärzte und Krankenhäuser führen, was mit etwas Verspätung auch nicht an den Versicherten in der Privaten Krankenversicherung vorbeigehen dürfte. Hoppes Aufforderung nicht zu folgen hieße in seinen Augen, bereits in den kommenden Jahren für eine Absenkung der gebotenen Gesundheitsleistungen zu sorgen, so dass sich ohne eine Veränderung des Beitrages – sei es in der gesetzlichen oder der privaten Krankenversicherung – weniger Leistungen fürs gleiche Geld ergeben dürften.
Diskussion auch für die Private Krankenversicherung interessant
Die Forderungen des Präsidenten der Bundesärztekammer sind sicherlich in der Sache nicht neu, bringend aber erstmalig eine konkrete Zahlensumme ins Spiel. Ob diese aufzubringen ist und auf welche Weise sich das Gesundheitssystem auch für die Zukunft tragbar finanzieren lässt, ist ebenfalls sehr fraglich. Möglicherweise würden jedoch die Absenkungen im Leistungsbereich vorrangig die Versicherten treffen, die Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, während private Versicherer zunächst einmal ihr Leistungsspektrum konservieren könnten. In dieser Hinsicht könnten sich die Entwicklung also positiv für den Sektor der Privaten Krankenversicherung auswirken. In dieser Hinsicht sollten sich gesetzlich Versicherte Gedanken machen, ob der Wechsel in den privaten Absicherungsbereich nicht sinnvoll wäre – ein Vergleich des eigenen Schutzes mit aktuell auf dem Markt befindlichen Tarifen kann hierbei entscheidend helfen.
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