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Hamburg - Mittwoch, 04.08.2010Leichtfertiger Umgang mit Kundendaten im BKK-Skandal
Erpresser soll ein ehemaliger Call-Center-Mitarbeiter sein
Nachdem vor wenigen Tagen bekannt wurde, dass beim Privaten Krankenversicherer BKK ein Datenleck existierte, über welche Kundendaten in einem viel zu großen Umfang an eine Call-Center-Agentur weitergegeben wurden, die mit der BKK im Servicebereich kooperiert, werden nun weitere Details über den Skandal öffentlich. So soll es sich bei dem Erpresser des Krankenversicherers, der selbst das Datenleck veröffentlichen wollte und dem die BKK mit einer Selbstanzeige und dem Gang an die Öffentlichkeit zuvor kam, ein ehemaliger Mitarbeiter des Call-Centers sein, der sich auf diese Weise an seinem früheren Arbeitgeber noch einmal rächen wollte.Prognosen und andere sensible Daten problemlos auslesbar
Die Zusammenarbeit zwischen der BKK und dem bayrischen Telefondienstleister MediaKom ist in der Branche kein Einzelfall – gerade im Servicebereich profitieren viele Anbieter der Privaten Krankenversicherung von sogenannten Call-Centern, die dem Kunden bei allen Fragen rund um die Versicherung 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen. Dieser für alle Kunden an sich positive Dienstleistung kommt je nach Frage auch nicht ohne Kundendaten aus, damit ein Berater am Telefon nicht nur oberflächliche Informationen geben kann, sondern detailliert auf individuelle Fragestellungen eingehen kann. Im Falle der BKK und MediaKom war diese Fülle an gewährten Daten, die jedem Mitarbeiter des Call-Centers offenstanden, jedoch in ihrem Umfang viel zu groß. Beispielsweise war es jedem Telefonisten möglich, explizite Untersuchungsergebnisse und Prognosen aller Versicherten einzusehen, die Mitglied dieser Privaten Krankenversicherung sind oder waren.
Unternehmen räumt Fehler im Umgang mit Daten ein
Der Krankenversicherer selbst hat sich bereits entschuldigt und in gleichem Maße einsichtig gezeigt. In den Augen des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar ist das Problem bei der BKK jedoch hausgemacht, da intern kaum eine Kontrollinstanz im Bereich Datenschutz existieren würde. Gerade der Umgang mit sensiblen Personendaten wie Krankheiten oder Ergebnisse von Untersuchungen gehörten nicht in die Augen der Öffentlichkeit und müssten stärker als vergleichbare, persönliche Daten geschützt werden. Das Bundesversicherungsamt sowie die Datenschutzbeauftragten des Bundes untersuchen in der Folgezeit die Vorgänge bei der BKK genauer, wobei Schaar in gleicher Weise einräumt, dass ein entsprechender Umgang mit Daten sowohl in der gesetzlichen wie auch in der privaten Krankenversicherung kein Einzelfall wäre.
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