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Hamburg - Mittwoch, 04.08.2010Wirtschaftsminister Brüderle kritisiert Expertenstudie zur PKV
Wettbewerb soll zukünftig mehr Veränderung in die PKV bringen
Erwartungsgemäß kritisch äußerste sich Bundeswirtschaftsminister Brüderle zur Studie der Expertenkommission unter der Leitung von Bert Rürüp, die einer Reihe von Anbieter in der Privaten Krankenversicherung ein vernichtendes Zeugnis ausstellt, wenn es um die Leistungen und den Service bei älteren Patienten und Mitgliedern geht. Die Studie kritisierte dabei in der erster Linie, dass zwischen den einzelnen Anbietern der Privaten Krankenversicherung zwar ein reger Wettbewerb herrsche, sich dieser jedoch in allererster Linie auf junge und gesunde Kunden bezöge, die man zunächst mit günstigen Beiträgen ans eigene Unternehmen binden wolle, hiernach jedoch im Alter vernachlässige und zu immer höheren Beiträgen zwänge.Brüderle gibt Konfliktpotenzial im Rahmen der Gesundheitsreform zu
In gleicher Weise wie das Wirtschaftsministerium unter der Führung der Liberalen steht, dürfte auch das Gesundheitsministerium unter Philipp Rösler eher kritisch mit den Inhalten der Studie umgehen. Gerade im Gedanken an die neue Gesundheitsreform, die sich im Laufe des Jahres 2010 konkretisieren sollte und der PKV dabei eine wichtigere Rolle zuteilen sollte, dürften die Ergebnisse der Rürüp-Studie in einem anderen Licht gesehen werden. Politiker beider Ressorts verwiesen in dieser Hinsicht jedoch auf die sich ändernden Rahmenbedingungen, die bereits zu Beginn des Kalenderjahres 2010 eingetreten waren und beispielsweise durch die Mitnahme zukünftiger Anwartschaften den Wechsel eines privaten Krankenversicherer deutlich einfacher machen. Von dieser Regelung würden allerdings aktuelle Bestandskunden der verschiedenen Versicherer nicht mehr profitieren können.
Ärztehonorare als größter Streitpunkt
Im Rahmen seiner Beurteilung geht die Rürüp-Studie jedoch auch auf konkrete Kritikpunkte im aktuellen Gesundheitswesen ein und macht dabei vor allem die steigenden Ärztehonorare als wesentlichen Streitpunkt aus. Gerade diese seien es, die einen entscheidenden Teil des Budjets jeder Privaten Krankenversicherung in Anspruch nehmen würden und somit letztlich auch für den Beitragsanstieg gerade bei älteren Versicherten sorgen würden. Ein wesentlicher Kritikpunkt, dem sich die politischen Parteien in den nächsten Monaten stellen müssen, um die Private Krankenversicherung auch in Zukunft als reizvolle Säule der persönlichen Gesundheitsvorsorge von Millionen von Bürgern zu etablieren.
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