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Hamburg - Dienstag, 03.08.2010

Praxisgebühr sorgt nicht für einen Rückgang der Arztbesuche

Zahl der Arztbesuche pro Jahr kontinuierlich seit fünf Jahren gestiegen

Seit dem Jahr 2004 besuchen die deutschen Bundesbürger ihre Arztpraxen im Schnitt jedes Jahr umso häufiger. Dies ist eine Entwicklung, die die gesetzliche Barmer Ersatzkasse in ihrem aktuellen Ärztereport vorstellt und damit vor allem die sogenannte Praxisgebühr in ein schlechtes Licht rückt. Diese war just im Jahr 2004 eingeführt worden und sollte dabei nicht nur den gesetzlichen Krankenkassen einen größeren, finanziellen Spielraum ermöglichen, sondern auch jeden Patienten in der gesetzlichen Krankenversicherung davon abbringen, vorschnell bei einem Leiden zum Arzt zu gehen und so unnötig die Kosten im Gesundheitswesen in die Höhe zu treiben.

Durchschnittlich 18 Arztbesuche pro Jahr

Der Effekt der Sensibilisierung ist jedoch nicht eingetreten – im Gegenteil: Pro Kopf ließen sich im Jahr 2009 durchschnittlich 18,1 Arztbesuche feststellen, während dies im Jahr 2004 noch gut 16 Arztbesuche waren. Einen abschreckenden Effekt, wie einige Macher der Praxisgebühr noch vor der Einführung vermuteten ist also in keinster Weise eingetreten. Auch bezüglich der soliden Finanzierung der Krankenkassen attestiert der Ärztebericht der Praxisgebühr eher den Charakter eines Tropfens auf den heißen Stein. Letztlich könnte die Einführung sogar als ein Nullsummenspiel angesehen werden, da durch den verwaltungstechnischen Mehraufwand immer noch einige Zeitstunden pro Praxis und Arbeitswoche anfallen würden, die letztlich finanziell kaum im Verhältnis zu dem finanziellen Vorteil stünden, den die gesetzlichen Krankenkassen durch die Praxisgebühr erhalten.

Zusatzversicherung als lohnenswerte Alternative

Eine generelle Beteiligung an den Behandlungkosten in prozentualer Weise bei Fallenlassen der Praxisgebühr sehen viele Ärzte dennoch kritisch. In diesem Falle dürften sich viele Patienten wirklich abschrecken lassen und eine Behandlung bis zum Äußersten herauszögern, was letztlich zu teureren und umfangreicheren Behandlungsmaßnahmen führen würde. Eine in Augen der Ärzte sinnvolle Alternative wäre die private Zusatzversicherung, mit der jeder Patient für nur wenige Euro im Monat die wichtigsten Risiken der eigenen Gesundheit absichern könnte und so den Arztbesuch auch in Zukunft nicht herausschieben müsste. Auch wenn die Bedinungen für eine private Vollversicherung nicht gegeben sind, kann die private Zusatzversicherung einen entscheidenden Beitrag für das Erhalten der eigenen Gesundheit leisten.