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Hamburg - Dienstag, 22.12.2009

PKV-Direktor kritisiert mögliche Einführung der Kopfpauschale

Leienbach sieht Staatskassen schon über Gebühr belastet

In einem Interview mit der Berliner Zeitung BZ hat der Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherungen, Volker Leienbach, erhebliche Kritik an der Einführung einer Kopfpauschale im Gesundheitsbereich erhoben. Dieses Modell, welches von der schwarz-gelben Bundesregierung momentan in Betracht gezogen wird, um ab 2011 die maroden Kassen im Gesundheitswesen zu reformieren, würden letztlich doch nur auf dem Rücken der Steuerzahler gefüllt. Leienbach sieht dabei die Gefahr, dass ein Gesundheitssystem, welches heute schon übermäßig vom Staat bezuschusst wird, noch stärker ins Haushaltsbudjet einschlagen würde und somit eine Zusatzbelastung für jeden Steuerzahler bedeuten.

Unprofitable Situation für die Privaten Krankenversicherungen

Indes spricht Leienbach auch für seinen Verband von einer eher unwünschenswerten Situation. Gerade Gutverdiener könnten durch die Einführung einer Kopfpauschale dazu motiviert werden, weiterhin Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben, da diese durch einen festen und vom Einkommen unabhängigen Beitrag hier keine finanziellen Nachteile gegenüber eines Schutzes in der Privaten Krankenversicherung hätten. In dieser Hinsicht verweist Leienbach jedoch auf den Bereich Leistung, der bei der PKV in Zukunft immer noch deutlich stärker ausgebaut sein dürfte als bei den gesetzlichen Krankenkassen. Trotz aller Zuschüsse vom Staat, die bei der Einführung einer Kopfpauschale in zweistelliger Milliardenhöhe jährlich notwendig würden, ließe sich auf Dauer kaum das Leistungsspektrum erhalten, welches gesetzlich Versicherten heute noch geboten wird. Ein Grund mehr, sich mit den dauerhaft, leistungsstärkeren Tarifen in der Privaten Krankenversicherung auseinanderzusetzen und trotz des möglichen Einführens einer Kopfpauschale in die PKV zu wechseln.