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Hamburg - Samstag, 28.11.2009

Sind Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung oft Opfer der Pharmaindustrie?

Umstrittene Studien mit ahnungslosen Patienten nehmen zu

Wer bislang in der gesetzlichen Krankenversicherung abgesichert war und glaubte, dass er dort stets die optimale Behandlung und Medikation zu erhalten, sollte mit dem Gedanken spielen in die Private Krankenversicherung zu wechseln. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung werden in den letzten Jahren zunehmend Fälle aufgedeckt, in denen die Kassenpatienten viel mehr zu Versuchskaninchen der Pharmaindustrie werden.

Geschehen kann dies durch eine Kooperation zwischen einzelnen Pharmaunternehmen und niedergelassenen Ärzten, die es den Konzernen ermöglichen, neue Medikamente in sämtlichen Sparten auf ihre Wirksamkeit und Nebenwirkungen beim Menschen zu erproben. Die einzelnen Patienten wissen hiervon meist nichts, sondern erhalten von ihrem Arzt direkt ein Medikament, welches wie jedes andere Medikament aussieht. Einschränkungen in der Anwendung und der Zulassung gibt es in diesen Fällen nicht, weshalb allmählich auch Verbraucherschutzverbände Alarm schlagen.

Schutz nur durch Arzt- oder Kassenwechsel möglich

In Kreisen der Politik oftmals als „Korruption“ und „Vetternwirtschaft“ abgetan, ist mit einer gesetzlichen Vorlage, die ein solches Verhalten unterbindet, vorerst nicht zu rechnen. Den betroffenen Patienten bleibt in diesem Fällen meist nur die Möglichkeit, in einem Verdachtsfall seinen Hausarzt oder Facharzt zu wechseln und stattdessen zu einem anderen Arzt neues Vertrauen aufzubauen. Da Verdachtsfälle zudem ausschließlich bei Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung bekannt geworden sind, kann auch der Wechsel zu einem privaten Versicherungsanbieter ein Schutz vor derartigen Machenschaften sein.