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Hamburg - Dienstag, 17.11.2009

Krankenkassen sehen Änderungen im Gesundheitssystem kritisch

Symposium beleuchtet Kritipunkte der Kassen

Dass Veränderungen in der Gesundheitspolitik in den nächsten vier Jahren anstehen, ist durch den Koalitionsvertrag der neuen, schwarz-gelben Regierung beschlossene Sache. Welche Änderungen des Systems dabei überhaupt möglich sind, wurde in den letzten Tagen auf dem 5. Symposium zur integrierten Versorgung in Hamburg verhandelt.

Einigkeit herrschte bei der überwiegenden Mehrheit der Krankenkassen, dass die Bestrebungen zu einem Trendwechsel in der Gesundheitspolitik vor allem der Befriedigung der Lobby-Interessen dienen und sich vor allem Pharmakonzerne und Arbeitgeber in erheblicher Weise durch die neuen, politischen Bestrebungen bevorteilt sehen dürften.

Private und gesetzliche Krankenversicherung – Alternativen gesucht


Auch der neue, liberale Gesundheitsminister Philipp Rösler, der vor allem durch seine Visionen für eine größere Freiheit in allen Bereichen des Gesundheitswesens schnell in die öffentliche Wahrnehmung gerückt war, wurde vom Gros der Beteiligten kritisch wahrgenommen. Konzepte wie eine Kopfpauschale ab dem Jahr 2011 oder eine verstärktere Eigenbeteiligung der Versicherten an ihrer Gesundheitsvorsorge ist für die Krankenkasse vor allem mit der fortschreitenden Sorge um Einnahmen verbunden. Eine Entlastung der Bürger, die so größtenteils in die private Absicherung gedrängt würden und somit monatlich noch größere Belastungen zu schultern hätten, konnte keiner der Teilnehmer erkennen. Diskutiert wurden hierzu Alternativmodelle der Finanzierung, beispielsweise durch eine Umverteilung der erhobenen, pauschalen Beiträge innerhalb einer Krankenkasse sowie eine gänzliche Neuregelung des Systems aus Arbeitgeberanteil und staatlichen Zuschüssen für das Gesundheitssystem.