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Die Geschichte der PKV

Die historischen Wurzeln der Privaten Krankenversicherung

Geschichte der PKVDie private Krankenversicherung kann in Deutschland auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken, die in ihren Wurzeln weit für dem gesetzlichen Gesundheitsschutz angesiedelt ist. In den vergangenen 100 Jahren hat sich dabei der Charakter der privaten Absicherung zunehmend gewandelt, was auch mit der Entwicklung der gesetzlichen Krankenkassen und des Gesundheitssystems in der Bundesrepublik Deutschland zusammenhängt. Im 21. Jahrhundert ist die private Krankenversicherung als gleichberechtigte Säule im Gesundheitswesen gegenüber dem gesetzlichen System zu sehen und stellt weiterhin für zahlreiche Versicherungspflichtige in Deutschland ein reizvolles Ziel für einen Wechsel der gesundheitlichen Absicherung darf.

Die private Krankenversicherung – die historischen Wurzeln

Das Gilden- und Zünftesystem des Spätmittelalters kann getrost als Wiege der privaten Krankenversicherung angesehen werden, wobei hier nicht alleine nur die Gesundheit im Vordergrund der Absicherung stand. Die Tradition der Gilden spezieller Handwerksgruppen, die durch Beitragszahlungen für die sozialen Belange benachteiligter und älterer Mitglieder aufkommen wollten, setzte sich noch bis in die Neuzeit hinein fort, so dass die Mitgliedschaft bei einer bestimmten, privaten Krankenversicherung ausschließlich Angehörigen des entsprechenden Berufsstammes möglich wurde. Ein weiterer, wesentlicher Schritt hin zum modernen System der Krankenversicherung war die industrielle Revolution, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch Deutschland flächendeckend einnahm und eine völlig neue Form des Arbeitens sowie der Rolle zwischen Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Staat einnahm. Die körperlich meist schwere Arbeit in den Industriefabriken führte im Laufe der Jahre zu gesundheitlichen Problemen, sozial eingestellte Arbeitgeber übernahmen in diesem Fall bereits die Kosten hierfür, sofern vorher ein Teil des Lohns in eine entsprechende Absicherung eingezahlt wurde. Ab dem Jahr 1845 durften in Deutschland offiziell Krankenkassen gegründet werden, was zu dieser Zeit vor allem unternehmensintern erfolgte. Bis in die 1990er Jahre hinein standen diverse, gesetzliche Krankenkassen in Deutschland ausschließlich aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern des entsprechenden Unternehmens offen.

Die Weiterentwicklung der privaten Absicherung

Auch wenn die Krankenversicherung heute klassischen Angestellten ab einem gewissen Bruttojahreseinkommen offensteht, sind in ihr traditionell freie Berufsgruppen wie Rechtsanwälte, Ärzte oder auch Beamte zu finden. Aus der historischen Entwicklung heraus ist dies nur logisch, da gerade dies Berufsgruppen nicht von den Krankenkassen der Industrieunternehmen profitierten und somit eine andere Variante suchen mussten, um ihre gesundheitlichen Risiken dauerhaft abzusichern. Etablierte Versicherungsunternehmen erkannten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts diese Notwendigkeit und begannen, eigene Gesundheitstarife anzubieten, die jedoch auf die genannten Berufsgruppen beschränkt waren. Von staatlicher Seite aus wurde hierauf mit einer klaren Trennung reagiert, welche Berufsgruppen fortan noch einen betrieblichen Gesundheitsschutz genießen durften und für welche der Wechsel in die private Krankenversicherung notwendig würde – eine Regelung, von der vor allem die privaten Anbieter profitierten.
Die Entwicklung der PKV nach dem Zweiten Weltkrieg
Wichtige Jahreszahlen in der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik sind das Jahr 1949, in dem sich sämtliche Unternehmen der privaten Krankenversicherung zu einem gemeinsamen Interessensverband zusammenschlossen, sowie das Jahr 1970, in dem der Gesetzgeber eine Gleichbehandlung der gesetzlichen und privaten Krankenkasse festlegte. In den folgenden Jahrzehnten kam es zu einer immer klareren Abgrenzung im Profil der beiden Absicherungsformen, z.B. durch Einführung der Versicherungspflichtgrenze, die einem klassischen Arbeiter oder Angestellten die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung erschweren sollte. Umgekehrt wurde auch der Wechsel von der PKV zurück in den gesetzlichen Schutz verkompliziert, um eine hohe Fluktuation zwischen beiden Systemen zu verhindern. Schon vor wenigen Jahrzehnten war die private Krankenversicherung daher als leistungsstarker Gesundheitspartner etabliert, der sich nicht am gesetzlichen Leistungskatalog orientieren musste, sondern alleine nach der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens umfassende Volltarife mit einem besseren Leistungsspektrum für Versicherungsnehmer anbieten konnte. Aus dieser Position heraus stellte sich in den vergangenen Jahrzehnten der Wechsel in die PKV als reizvolles Ziel für viele Arbeitnehmer dar, die durch ein entsprechend hohes Gehalt und Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze vom besseren Leistungsschutz der privaten Anbieter profitieren wollten.
Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit der privaten Krankenversicherung
In den vergangenen Jahren hat vor allem die Gesundheitsreform 2009 einen Einfluss auf das Leistungsspektrum der PKV genommen. Seit diesem Zeitpunkt muss jeder Versicherer einen Basistarif anbieten, der in seinen Leistungen eher am Spektrum des gesetzlichen Leistungskatalogs orientiert ist und eine preiswerte, wenn auch leistungsarme Form der Absicherung darstellt. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für alle privaten Krankenversicherer ist zudem der Sektor Zusatzversicherungen geworden, der allen Bundesbürgern offensteht, die weiterhin eine Pflichtversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse genießen. Durch den gezielten Abschluss von einem oder mehreren Zusatzverträgen können so seit wenigen Jahrzehnten Leistungen auf privatem Weg zugesichert werden, die längst nicht mehr zum Standardkatalog der Krankenkassen in Deutschland gehören.